Marbach Haushoher Sieg für die Nachwuchsnarren

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Rund 50 Kilogramm Süßigkeiten regnen am Faschingsdienstag auf die wartenden Kinder herab – den Rathausschlüssel fordern sie dennoch ein. Foto: Dominik Thewes

Marbach - Die Forderung ist ganz klar. „Süßes“, verlangen die Ritter, Prinzessinnen und Schmetterlinge, die sich am Faschingsdienstag vor dem Rathaus der Schillerstadt versammelt haben. Ihr Ziel? Die Entmachtung von Bürgermeister Jan Trost – denn am Faschingsdienstag haben die Kinder in Marbach das Sagen. Und so sind sie mit Tröten und Konfetti bewaffnet in die Innenstadt gezogen, um dort den Schultes aus seinem Büro zu locken.

„Ist sein Fenster schon offen?“, fragt Peter Vosseler, ehrenamtlicher Mitorganisator des Kinderfaschings die wartende Meute. Ist es – aber noch ist niemand zu sehen. „Ihr müsst lauter schreien.“ Gesagt, getan. Unter den Klängen der Sulmanafetzer aus Neckarsulm wagt der Rathauschef es doch, sich der großen Schar zu stellen.

Kampflos wird er sich nicht ergeben, das steht fest. Unterstützt durch den früheren Stadtrat Eberhard Hubrig, die beiden SPD-Räte Ute Rößner und Heinz Reichert sowie Stadtarchivar Albrecht Gühring lässt der Bürgermeister Bonbons regnen. Fast scheint das als Friedensangebot auch zu funktionieren: Emsig werden die Bonbons aufgesammelt, manche halten ihre Hüte in die Luft, um die Leckereien aufzufangen. „Wir haben rund 50 Kilogramm Bonbons bereit gestellt“, verrät Peter Vosseler. Die Nachwuchsnarren sind aber noch immer nicht zufrieden, als der Bonbonregen schließlich abebbt. „Ich glaube, die heilige Amtsstube hat die Munition verschossen“, scherzt Vosseler. Doch etwas fehlt noch. . . Noch hat Bürgermeister Jan Trost seinen Rathausschlüssel nicht herausgerückt.

Als sich schließlich die Türen öffnen und der Schultes mit dem süßen Gebäck ins Freie tritt, gibt es kein Halten mehr. Innerhalb weniger Sekunden ist der Schlüssel Geschichte – der Kinderfasching aber fängt gerade erst an. Denn jetzt geht es gemeinsam mit der Rathausbesatzung zur Stadthalle, dort steigt am Nachmittag eine große Party. Dutzende Ballons und Luftschlangen winden sich an Wänden, Decke und auf den Tischen. Dazu warten gleich sechs Spielstationen des Jugendhauses planet-x auf Bastler, Wagemutige und Sportler. „Wir brauchen den ganzen Montag um das alles aufzubauen“, so Jugendhausleiter Georg Stenkamp. Neben Glücksrad und Wahrsagerzelt sorgt ein buntes Programm zum Thema „Sport – Fitness – Gesundheit“ für Unterhaltung. Das ist übrigens auch das Motto des „verrückten Sommerteams“ in den kommenden Sommerferien.

Und so zeigten gleich mehrere Gruppen ihr Können. Tänzer der TSC Dance Inspiration aus Großbottwar und Oberstenfeld schwangen die Beine, und die Mistelhexen aus Neckarweihigen hatten auch einen Tanz und ihr Tanzmariechen mitgebracht. Zu den Klängen der Sulmanafetzer blieb dann keiner lange sitzen. Dafür sorgte auch das Clown-Duo Holta di Polta mit ihrem sportlichen Treiben. Dazu mischten sich die Marbacher Hexen unters feierende Volk. Unterstützt wurden Fitzli Putzli und der Wilde Mann in diesem Jahr durch die elfjährige Junghexe Agristana: „Man kann tolle Sachen erleben und neue Leute kennenlernen.“ Dem schloss sich Bürgermeister Jan Trost an. Er wünschte allen Narren „ein paar schöne Stunden“.

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