Marbach/Fußball Benningen ist besser, aber Marbach siegt

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Angelo de Capua (links) und Maximilian Moser kämpfen um den Ball. Foto: avanti

Marbach -

Es lief die 79. Minute in der Partie zwischen dem FC Marbach und dem TSV 1899 Benningen, als die Gäste alles hätten klar machen können. Ein schneller Angriff über die linke Seite, eine flache Hereingabe und schwupps, da war sie – die beste Chance der gesamten Partie. FC-Keeper Patrick Demut griff neben den Ball und Benningens Routinier Christian Widmaier stand plötzlich glockenfrei drei Meter vor dem Tor und hätte nur noch den Fuß richtig hinzuhalten brauchen. „Die muss er machen. Klarer geht es nicht“, meinte FC-Trainer Christian Seeber später. Doch der überraschte Widmaier vollendete nicht. Er setzte den Ball – was wirklich kaum möglich war – neben den Kasten. Damit blieben die Marbacher im Spiel und die Benninger wurden um ihren verdienten Lohn gebracht. Denn: Einen Punkt oder gar drei hätten sie am Sonntagmittag im Derby allemal verdient gehabt.

„Wir waren besser – in allen Belangen“, meinte Benningens Trainer Marc Reinhardt nach dem Abpfiff, als sein Team eine 1:2-Niederlage zu verdauen hatte. Und selbst der gegnerische Trainer stimmte dieser Aussage zu: „Das war ein glücklicher Sieg. Wir waren heute nicht giftig genug, immer einen Schritt zu weit weg vom Gegner und haben keinen richtigen Zugriff auf das Spiel bekommen. Benningen hat guten Fußball gespielt. Wir sind heute wirklich mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Dass dem so war, dafür durfte sich die Mannschaft bei Kapitän Kordian Zieba bedanken. Der Mittelfeldakteur hatte den Siegtreffer erzielt – per grandioser Einzelaktion. In der 84. Minute nahm er den Ball mit rechts an, legte ihn sich auf den linken Fuß und donnerte ihn dann aus rund zehn Metern volley ins Netz. „Das hat er überragend gemacht“, lobte selbst TSV-Coach Marc Reinhardt.

Der 1:1-Ausgleich für die Marbacher fiel dafür eher glücklich. Nach einem Freistoß von Angelo de Capua auf Höhe der Eckfahne ans kurze Eck drückte Steffen Leibold den Ball über die Linie (61.). Bis auf eine weitere Möglichkeit von Leibold per Kopf (63.) sowie ein Schuss von Emanuele di Natale (12.) war es das aber auch schon mit Großchancen auf Marbacher Seite. Die Benninger hatte da schon mehr vorzuweisen. Neben ihrem 1:0-Treffer durch Routinier Christian Widmaier, der einen Angriff über die linke Seite und die folgende Flanke des stark aufspielenden David Heim mustergültig per Kopf verwertete (34.), hatten Dennis Kolder und David Heim die besten Möglichkeiten. Kolder zirkelte den Ball jedoch übers Tor (10.) und Heim traf per direktem Freistoß nur die Latte (58.).

„Ich kann der Mannschaft wirklich keinen Vorwurf machen. Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs, nur eben nicht mit dem Ergebnis. Wir hatten ein super Kombinationsspiel, unsere Spielanlage war besser und wir hatten die klareren Chancen. Einen Punkt hätte ich heute deshalb wenigstens gerne mitgenommen“, resümierte Reinhardt enttäuscht.

„Wenn ich heute etwas Positives suchen soll, dann, dass unsere Effizienz besser war. Aber es ist klar geworden, dass wir noch viel vor uns haben. Jetzt zählen aber erstmal die drei Punkte“, so Seeber. FC Marbach:
Demut – Harnoß (59. Caniglia), Schreckenberger, Bez, Vogel – Leibold, Zieba, di Natale (89. Jonas), Djurdjevic – Kenniche (59. Fees), de Capua. TSV 1899 Benningen:
Gröppner – Moser, Hill, Storz, Malecek – Kolder (16. C. Widmaier), S. Widmaier, Hengstberger, D. Claus – Flamm, Heim (66. Holl).

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