Marbach FSG wird um eine Attraktion reicher

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Das Team von der Schülercafé-AG um Lehrer Thomas Bugge hat schon Ideen gesammelt, was in dem Bistro auf der Speisekarte stehen könnte. Foto: FSG

Marbach - Es gibt fast nichts, was es nicht gibt am Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium. AGs ohne Ende, dazu Nischenfächer wie Chinesisch und Russisch, Programme für Hochbegabte oder die Instrumentalklassen: Das Portfolio ist enorm breit gefächert. Ungewöhnlich findet der Lehrer Thomas Bugge jedoch, dass eine so große Bildungsstätte über kein Schülercafé verfügt. Doch auch diese Lücke wird dank seines Engagements und dem seiner AG in nicht allzu ferner Zukunft geschlossen sein. Im Laufe des nächsten Schuljahres soll das Café seinen Betrieb aufnehmen.

Allerdings wird das Ganze nicht nach Schema F aufgezogen. Thomas Bugge und sein rund zehnköpfiges Schülerteam wollen nämlich weder Latte Macchiato noch Kaba oder Cola und Co. ausschenken. Stattdessen soll beispielsweise Eistee kreiert werden. Auch Sandwiches will man auf die Speisekarte nehmen. Zudem könne man sich spezielle Aktionen vorstellen, sagt Thomas Bugge. Der Pädagoge denkt dabei an Smoothies für den heißen Juli oder Winterpunsch für die kältere Jahreszeit. „Das hängt davon ab, wie die Schüler sich einbringen“, stellt er fest.

Wichtig ist bei all dem auch, dass keine x-beliebigen Produkte über den Tresen wandern werden. Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle im Konzept, weshalb zum Beispiel regionale Produkte verwendet werden. Und bei den Tees wolle man darauf achten, dass auf ihnen das Fairtrade-Siegel klebt, betont Thomas Bugge. Logisch, dass im „Schillercafé“, wie das kleine FSG-Bistro einmal heißen soll, keine Pappbecher oder -teller in den Regalen stehen. „Es geht auch um ökologische Aspekte“, erklärt der Lehrer für Mathe, Informatik, Geografie und Wirtschaft. Der Betrieb selbst soll ebenfalls nachhaltig sein – im Gegensatz zu den klassischen Schülerfirmen, die nach einem Jahr schon wieder Geschichte sind. Deshalb wird angestrebt, mittelfristig jüngere Schüler einzubinden, die von den älteren Gymnasiasten auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Geführt wird das Schülercafé nach dem genossenschaftlichen Prinzip. Als Partner und Pate zur Seite steht den Mitgliedern die Labag in Marbach, von der zugleich die regionalen Produkte bezogen werden könnten. In die Genossenschaft kann sich jeder einbringen, egal, ob Schüler, Lehrer, Eltern oder Bürger, die mit dem FSG direkt nichts am Hut haben. Die einzige Voraussetzung ist, zehn Euro zu überweisen.

Das Projekt wird in Verbindung mit einem Wirtschafts-Praxis-Programm der Würth-Stiftung umgesetzt, bei dem auch Thomas Bugge mit im Boot ist. Jeder Teilnehmer sollte sich ein schulisches Projekt aus dem Bereich Ökonomie überlegen. Die Leitung des FSG regte an, sich ein Nutzungskonzept für ein Schülercafé zu überlegen. „Das fand ich gleich sehr reizvoll und interessant. Ich habe dann im Internet recherchiert und bin auf den Hinweis gestoßen, dass man so etwas über eine Schülergenossenschaft umsetzen kann“, erklärt Thomas Bugge. So wurde dann auch die AG nach den Sommerferien aus der Taufe gehoben, um das Projekt in Angriff zu nehmen. Allerdings musste die Arbeitsgemeinschaft auch Rückschläge auf ihrem Weg zum Bistro hinnehmen. Angedacht war zunächst, eine kleine Küche mit Herd einzurichten. Doch die hohen Auflagen des Gesundheitsamts, die damit verbunden gewesen wären, ließen Thomas Bugge und seine Mitstreiter Abstand von diesem Plan nehmen. Stattdessen verständigte man sich auf eine abgespeckte Variante.

Das Café, das im Aufenthaltsraum eingerichtet wird, erhält aber dennoch unter anderem einen Verkaufsbereich, eine Spülmaschine, zwei Waschbecken und zwei Kühlschränke. Im Sommer kann sogar aus einem Fenster nach draußen verkauft werden. „Wir wollen aber natürlich der Mensa keine Konkurrenz machen“, betont der Lehrer. Folglich werden zunächst auch nur dienstags in der Mittagspause Snacks und Getränke serviert. „Da sind die meisten Schüler vor Ort“, sagt Thomas Bugge. Das ist auch insofern ein maßgeblicher Aspekt, als das Café ein Ort sein soll, an dem sich die Gymnasiasten treffen können und der „das Schulleben bereichert“. Wobei bei einem erfolgreichen Verlauf auch eine Ausdehnung der Öffnungszeiten möglich sei – allerdings würde der Betrieb auch dann auf die Mittagspause beschränkt.

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