Marbach Eine Bescherung für Hilfsbedürftige

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So hat der Wunschbaum vergangenes Jahr in Großbottwar ausgesehen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Marbach - Obwohl Weihnachten noch nicht so ganz vor der Tür steht, gibt es schon Leute, die sich eine Menge Gedanken zum Fest machen. So zum Beispiel auch beim Frauenclub Rielingshausen. Ein Wunschbaum, wie er schon aus Großbottwar bekannt ist, soll nun auch in Marbach bedürftigen Kindern das Fest versüßen. Diese können in der Vorweihnachtszeit einen Zettel mit Wünschen bis maximal 40 Euro im Rathaus abgeben. Der wird dann an den Weihnachtsbaum im Foyer gehängt, wo ihn wiederum Bürger abnehmen und sich damit als anonyme Wohltäter betätigen können .

In Großbottwar fand schon im vorigen Jahr eine ähnliche Aktion statt. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Kinder, aber auch die Eltern haben sich bei unserer Bescherung wahnsinnig gefreut“, blickt Monika Bakele-Roß zurück. Die Organisatorin aus Großbottwar erinnert sich: „Wir hatten alle Hände voll zu tun. Manchmal mussten wir Wünsche noch einmal nachrecherchieren.“ Denn auch für die Schenkenden sollte der Aufwand so gering wie möglich sein. Da wurden dann Artikelnummern ermittelt, oder im Notfall auch noch einmal bei der Familie angerufen. Auf dem Zettel selbst waren die Wünsche anonym aufgeführt, um niemanden bloßzustellen.

So ähnlich, aber dann doch etwas anders wollen auch die ehrenamtlichen Helfer um Brigitte Wolf in Marbach verfahren. „Uns ist wichtig, dass sich niemand schämen muss und die Würde und Freude des Schenkens im Vordergrund steht“, betont die Erste Vorsitzende des Frauenclubs. Daher werden die selbst ernannten Weihnachtsengel auch bei der Bescherung nicht dabei sein. „Wir möchten gar nicht wissen um wen es sich handelt. Das ist für alle angenehmer und es entstehen keine Spannungen“, sagt Brigitte Wolf. Die Bescherung im Rathaus ist somit Sache des Bürgermeisters und seiner Gattin. Dieser zeigte sich von der Idee begeistert. „Wir haben das Thema relativ schnell nach seiner Amtseinsetzung angesprochen und er hat sofort die Schirmherrschaft übernommen“, beschreibt Wolf das Miteinander. Die letztendliche Auswahl bleibt jedoch dem Sozialamt überlassen, da man dort den besten Überblick über die Bedürftigen habe, erklärt Wolf. „Der Anspruch auf Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II ist die Trennlinie die wir gezogen haben“, meint sie.

In Marbach seien solche Aktionen bitter nötig, so sei zumindest das Empfinden des Frauenclubs, der sich geschlossen auch an anderen wohltätigen Aktionen beteiligt. Das alles ehrenamtlich, versteht sich. „Schon vor eineinhalb Jahren kam der Gedanke auf, etwas in diese Richtung zu machen. Es wurde viel diskutiert, bis wir uns dazu entschieden haben“, erinnert sich Brigitte Wolf. Die Vorfreude auf glückliche Kinder ist jetzt schon da, auch wenn die Damen des Frauenclubs diese gar nicht sehen werden. „Ansonsten liegen unsere Hoffnungen bei den Bürgern.“

Auch im Rathaus freut man sich auf die strahlenden Kinderaugen bei der Bescherung: „Wir halten das für eine sehr gute Sache“, bestätigt auch Gerhard Heim, der Erste Beigeordnete der Stadt. „Als die Damen vom Frauenclub auf uns zukamen, haben wir nicht lange gezögert“, erzählt er. Da ist es fast schon Ehrensache, dass die Stadt die Logistik übernimmt und der Bürgermeister selbst Schirmherr des Unternehmens wird.

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