Marbach Das Heimspiel fühlt sich an wie ein Wohnzimmer-Gig

Von
Sightwinder haben Blues vom Feinsten gespielt. Foto: avanti

Marbach - Es ist immer wieder ein Erlebnis, die Band Sightwinder live zu sehen. Spielen sie jedoch in ihrer Heimatstadt Marbach, wird der Abend zu einer Konzerterfahrung der ganz besonderen Art. Am Freitagabend füllte die Band den Schlosskeller mit Rhythmen und Tönen aus Blues, Pop und Funk. Die teils energetischen, Teils besinnlichen Stücke bieten eine Plattform für jeden Musikgeschmack.

Zur Feier des sprichwörtlichen Heimspiels hatte Gitarrist Felix Gschwind eine ganz besondere Überraschung in petto. Er eröffnete das Konzert mit Klängen aus Carlos Santanas „Samba pa ti“. „Ich dachte mir, wenn wir schon in Marbach sind, dann spiele ich für die Leute etwas Besonderes. Vermutlich das erste und letzte Mal“, sagte der Gitarrist mit einem Augenzwinkern. Die Stimme von Sängerin Daniela Bellin ist genauso wandelbar wie die Musik der Band. Mal zuckersüß, mal rauchig, aber immer gut gelaunt gab sie die Texte der Songs zum Besten. Gut arrangiert und mit spielerischer Leichtigkeit bedient sich die Band aus verschiedenen Stilrichtungen.

Mit „Monster In Your Bed“ brachten Sightwinder Blues vom Feinsten mit und das Publikum des vollen Saales zum Swingen. Mit „Song for O“ wurde es dann ruhig und besinnlich. „Das Stück haben wir für jemanden geschrieben, der von uns gegangen ist“, verrät Daniela Bellin bei der Ansage. Sightwinder spielen nicht nur ihre eigenen Stücke. Die Band ist durchaus auch den Größen in den Bereichen Funk und Blues gewachsen. Nichts bewies das besser, wie die Cover von „Kiss“ von Prince und „Sweet Home Chicago“, das unter anderem auch von Eric Clapton interpretiert wurde. Da konnten auch Bassist Timo Herberholz und Trompeter Georg Lange zeigen, was sie können, und das Ergebnis konnte sich hören lassen. Drummer Fabian Maier unterlegte die Stücke mit einem Rhythmusteppich und schaffte ein zusammengehöriges Ganzes.

Ein bisschen wie ein Wohnzimmer-Gig fühlte sich das Konzert an, und die Künstler zeigten, dass sie sich auf der Bühne wie zu Hause fühlten. „Es gibt nur Blues oder Minus“, kalauerte Felix Gschwind und erntete prompt einen Seitenhieb von der Sängerin. „Die wenigen, die bei dem Witz lachen, tun das aus Mitleid“, scherzte sie. „Wir spielen sehr gern in Marbach, drei von uns können von hier sogar heimlaufen“, verriet Bellin. „Tatsächlich spielen wir in Marbach am liebsten“, betonte Gschwind. Da passt es auch, dass das Konzert im Schlosskeller das erste nach der Winterpause ist. „Jetzt kann es wieder losgehen, wir haben vor dem Konzert sogar geprobt“, scherzte Daniela Bellin. Neben den Auftritten ist bei Sightwinder auch ein neues Album geplant.

Artikel bewerten
0
loading