Marbach Da macht Einkaufen auch Männern richtig Spaß

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Tolles Wetter und tolle Stimmung beim Marbacher Erlebnistag 2018 Foto: Werner Kuhnle

Marbach - - So voll wie am Erlebnissonntag sieht man die Einkaufsstraßen Marbachs sonst selten. Nach einem etwas verhaltenen Beginn brummte es gestern ab der Mittagszeit regelrecht. Überall sah man fröhliche Menschen mit Luftballons, Einkaufstaschen und etwas Leckerem zu Essen in den Händen. Andere zogen es vor, sich gemütlich an einen der Biertische zu setzen, die sowohl in der Marktstraße als auch beim Altstadtfest der SPD auf dem Kelterplatz aufgestellt waren.

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Das Motto des 23. verkaufsoffenen Erlebnissonntags lautete „Marbach spielt!“, und das wurde an praktisch allen Ecken und Enden umgesetzt. Die verleihfirma Euro-Kinderland hatte zum Vergnügen nicht nur des kleinen Publikums zahlreiche Attraktionen mitgebracht. An den Tischkickern auf dem Lugplätzle und in der Marktstraße wurden regelrechte Familienturniere ausgetragen. Bei der „Interactive Challenge“ ging es darum, in einer vorgegebenen Zeit möglichst schnell auf willkürlich rot oder grün leuchtende Knöpfe zu drücken. Das machte unter anderem dem kleinen Jakob Trost so viel Spaß, dass er mit seiner Mama gleich noch eine zweite Runde spielte und der Bungee Run vor der Kreissparkasse wurde von den Allerkleinsten schon mal zur Hüpfburg umfunktioniert. Am Riesenmikado in der Marktstraße versuchte sich unter anderem eine deutsch-amerikanische Familie, wobei jedes kleine Wackeln sofort lautstark registriert wurde. Allerdings, so räumte eine der erwachsenen Spielerinnen ein: „Das ist halt nicht für Kopfsteinpflaster geeignet.“

Hinter dem Parkplatz des Schuhhauses Dietle konnten junge und ältere Besucher ihre Geschicklichkeit auf dem Hoverboard iin einem mit Kegeln und Wippen ausgestatteten Parcours testen. Ein kleines Mädchen zeigte modische Kreativität und setzte sich einen der Kegel gleich als schickes Hütchen auf. Das Riesen-Jengo dagegen war auf einer orangefarbenen Unterlage platziert – dann machten die Holzklötze auch nicht ganz so viel Lärm, wenn der Turm doch einmal in sich zusammenstürzte.

Auf ganz eigene Weise hat Christa Schultheiß von den Tuk-Tuk-Tours an ihrer Basisstation im Bürgerturm das Motto „Marbach spielt“ umgesetzt. Ihr Schwiegervater Günther Strambach spielte auf einem alten Grammophon historische Schelllackplatten ab. Nach heftigem Kurbeln ertönten dann zur Freude der Besucher mit reichlich Knistern versehene Klassiker wie die Polka „Anneliese, ach Anneliese“ oder der musikalische Vorwurf „Ach, sag doch nicht immer wieder Dicker zu mir“.

Der Verein „Stückchen Himmel“, der Kinder in den Elendsvierteln des brasilianischen Aracaju unterstützt, hatte außer selbstgebackenen Kuchen auch brasilianisches Spielzeug im Angebot: kleine Trommeln etwa, aber auch Kühlschrankmagnete. „Das haben wir direkt aus Brasilien mitgebracht“, erklärte Leonie Löwenstein.

Ebenso wie beim Spielen und beim Angebot der vielen geöffneten Geschäfte hatten die Besucher auch beim Essen eine reichhaltige Auswahl. Da gab es nicht nur die klassische Rote oder Currywurst beim SPD-Altstadtfest oder die inzwischen liebgewonnene Spezialität der „Spiralkartoffeln, sondern auch Außergewöhnliches aus dem Streetfood-Angebot – beispielsweise Curry-Maultaschen mit „Schwabenshake“, Kartoffelsalat mti angebratenen Zwiebeln und Bratensoße oder Hot Dogs in unterschiedlichen Städtevarianten – die Berliner mit Currywurst, die Budapester mit ungarischen Würstchen gefüllt. Einen Hauch von Ungarn vermittelten auch die fettgebackenen Langos. So bildeten sich nicht nur zur Mittagszeit lange Schlangen an den kulinarischen Ständen.

Jederzeit gut besucht war auch der Bücherflohmarkt des Tobias-Mayer-Vereins. „Wir haben Stammgäste, die jedes Jahr kommen“, hat Roswitha Hüttermann festgestellt. „Die Besucher schätzen es, dass die Bücher thematisch sortiert sind. Im Vorfeld ist das Maloche, aber es lohnt sich.“ Gelohnt hat es sich auch für die Besucher, die beispielsweise unter verschiedenen Sachbüchern, Romanen – darunter auch Werken von Nobelpreisträgern -, Krimis, Kinder- und Jugendliteratur und auch dem einen oder anderen Spiel wählen konnten. Auch Fremdsprachliches war in den Kartons, die wie immer bei der Marbacher Zeitung aufgestellt waren, zu entdecken. EineFrau ging mit zwei prall gefüllten Taschen zur Kasse. „Das ist ja das einzige, was einem noch bleibt – bei dem Fernsehprogramm“, kommentierte sie ihren außergewöhnlichenLesehunger.

Zur Unterhaltung gehört für die meisten Menschen auch noch Musik – und die war ebenfalls reichlich geboten am Erlebnissonntag. Auf dem Kelterplatz spielten „Rolf und die mit dem Hut“, beim Marktbrunnen präsentierten die Not-so-goods Klassiker wie „On the road again“ oder „Have you ever seen the rain“, und das in einer Qualität, dass man den Bandnamen nur als schwäbisches Understatement begreifen konnte. Und auf dem Burgplatz schließlich entzückten drei Kinderchöre aus dem Chorverband Friedrich Schiller unter Leitung der Verbandsjugendchorleiterin Gudrun Riethmüller nicht nur mit flott präsentierten Liedern, sondern auch mit der einen oder anderen,dank des ungewohnten Mikros ebenso unabsichtlich wie deutlich zu hörenden, Frage.

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