Marbach - Ich wünsche Euch in diesem Jahr, eine Weihnachtszeit wie sie früher war. Kein Hetzen zur Bescherung hin, kein Schenken ohne Herz und Sinn. Ich wünsche euch ein kleines Stück, von warmer Menschlichkeit zurück“, sagte Simon Wurm, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, in seiner kleinen Rede zur Eröffnung des Burgplätzchens, das am Sonntag, 10. Dezember, durch den erstmalig veranstalteten „Räubermarkt“ zum großen Weihnachtsmarkt auf die Marktstraße ausgeweitet wird. Die kleine Budenstadt unterm Torturm lockt etwa mit Glühwein oder auch „Krambambuli“, den Andreas Stiegler mit großer Schöpfkelle eingießt. Zwei verschiedenen Sorten Wein und selbst befüllte Kräutersäckchen geben dem hochprozentigen Trunk sein besonderes Aroma. Ein kühler Wind weht zwischen den elf Buden, die Bauhofmitarbeiter zusammengezimmert haben. „Zwei, drei Grad kälter, vielleicht mit etwas Schnee“ fände Simon Wurm, Chef von Pro Optik, zwar noch besser. Doch das trockene und kühle Wetter, bei dem niemandem die Lachfältchen einfrieren oder Glühwein-Becher aus den steifgefroreren Fingern rutschen, kommt bei den Besuchern gut an. So strömen immer mehr herbei nach den Eröffnungsworten durch Bürgermeister Jan Trost, der „den die dunkle Jahreszeit erhellenden Lichterglanz“ begrüßt und dem Stadtmarketingverein samt Budenbetreibern „bei Wind und Wetter“ gutes Gelingen wünscht. Wer Inspiration sucht fürs Schenken und Dekorieren, steigt – am besten vor ausgiebigem Glühweingenuss –, die Treppe zum Burgkeller hinab. Dort haben Monika Schreiber und Mirjana Kapetanovic liebevoll dekoriert und Geschenkideen ausgebreitet, darunter das „Stadtlicht Marbach“. Es setzt die Silhouette Schillers, aber auch des Literaturarchivs detailreich als Schattenrisse in Szene – so stimmungsvoll wie das Burgplätzchen selbst.