Marbach/Bottwartal Studie zur Bottwartalbahn vor Vergabe

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Werden bald neue Schienen im Bottwartal gebraucht? Das muss sich erst noch zeigen. Einen wichtigen Fingerzeig wird die Machbarkeitsstudie liefern. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Marbach - Lange Zeit schien es, als hätte sich jede Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Bottwartalbahn zerschlagen. Die Anrainerkommunen waren sich uneins, ob das Thema noch einmal angeschoben werden sollte – bis der Druck von mehreren politischen Seiten immer größer wurde und sich die Städte und Gemeinden doch noch darauf verständigten, eine neue Machbarkeitsstudie in Angriff zu nehmen. Daraufhin wurden auch die Landkreise von Ludwigsburg und Heilbronn aktiv. Die dort jeweils zuständigen Gremien beschlossen, die Ausschreibung eines Gutachtens vorzubereiten und dann die Arbeiten zu vergeben. Letzteres steht nun unmittelbar bevor.

„Wir gehen davon aus, dass wir den Auftrag im Juli erteilen, sodass der Gutachter anschließend mit den Arbeiten beginnen kann“, erklärt Andreas Fritz, Pressesprecher des Landratsamts Ludwigsburg, das die Federführung bei dem Verfahren hat. Damit hinkt man etwas hinter dem ursprünglichen Zeitplan her. Bei der Beschlussfassung im Herbst war angestrebt worden, den Zuschlag Ende März zu erteilen. Die Studie sollte anschließend in maximal zwölf Monaten ausgearbeitet werden, womit im Frühjahr 2019 mit einem Abschluss zu rechnen war. Nun geht das Kreishaus davon aus, „dass uns die Untersuchungsergebnisse im Sommer 2019 vorliegen werden“.

Andreas Fritz berichtet, dass das Büro, das die Studie erstellen soll, über einen europaweiten Teilnehmerwettbewerb ermittelt wird. Sechs Planer hätten Interesse bekundet, das Gutachten zu entwickeln. „Davon wurden fünf Interessenten ausgewählt und es erfolgte eine beschränkte Ausschreibung der Gutachterleistungen. Seit Anfang Mai liegen die Angebote vor und wir sind dabei, sie auszuwerten“, erläutert Fritz. Welches Büro auch immer damit betraut wird, die Expertise auszuarbeiten, muss drei Blöcke beleuchten: Die Gesamtstrecke von Marbach nach Heilbronn sowie die Teilabschnitte zwischen der Schillerstadt und Beilstein und von dort in die Käthchenstadt. Die Passagen werden deshalb separat untersucht, um „auch abschnittsweise Aussagen zur Wirtschaftlichkeit“ zu erhalten, hieß es in der Vorlage zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik, in dem die Ausschreibung beschlossen wurde.

Bei dieser Zusammenkunft sprach sich die Runde zudem für eine weitere Untersuchung aus. Die zweite Expertise soll klären, wie der Busverkehr im Bottwartal optimiert werden könnte. Der Zuschlag hierfür sei im März erteilt worden, teilt Andreas Fritz mit. „Wir rechnen mit den Ergebnissen noch vor der Sommerpause“, fügt er hinzu. Ziel der Analyse sei „neben der Optimierung möglicher Lichtsignalanlagen“ auch die Überprüfung einer Busspur auf der ehemaligen Bahntrasse im Bereich Marbach/Murr. „Dabei wird jedoch nicht angestrebt, den Bus schneller, sondern verlässlicher zu machen“, betont Fritz. Das Ganze sei auch nicht als Konkurrenz zur Bahn zu sehen. „Im Fall der Reaktivierung der Bottwartalbahn muss das gesamte Busnetz in diesem Bereich auf die neue Schienenverbindung angepasst werden.“

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