Marbach/Bottwartal Fest der Liebe

Von
Als zusätzliches wunderbares Geschenk empfindet KArin Götz ich, dass Heiligabend ein Sonntag ist. Foto: privat

Marbach/Bottwartal - Noch einmal schlafen, dann ist Heiligabend. Noch einmal schlafen, dann kommen die Geschenke unter den Baum und die Kids melden sich im Fünf-Minuten-Takt mit der Frage zu Wort, wann denn endlich Bescherung ist. Auch die Idee, man könne doch einfach mal alles anders machen und schon vor dem Essen Auspacken wird jedes Jahr spätestens am Nachmittag des 24. mit herzzerreißendem Augenaufschlag vorgebracht – und herzlos abgelehnt. Noch einmal schlafen . . .

Kindheitserinnerungen werden wach. Der von mir und meiner Mutter am Morgen des Heiligen Abend geschmückte Baum, das Klingeln der Glocke am Abend, als Zeichen dafür, dass die Geschenke jetzt unterm Tannengrün liegen und das Wohnzimmer kein Sperrgebiet mehr ist, das gemeinsame Essen, das Vorlesen der Weihnachtsgeschichte, das Singen von Weihnachtsliedern, die ein oder andere Träne, die verdrückt wird, wenn der Vater seinen traditionellen Brief an Frau und Kind vorliest. Das sind Bilder, die mich ein Leben lang begleiten werden und mir Halt geben. Und die meisten Traditionen führe ich in meiner Familie weiter. In der Hoffnung, dass unsere Kinder später einmal genauso gerne auf die Weihnachtstage ihrer Kindheit zurückschauen wie ich das tue. Und sich dabei aber immer auch bewusst sind, dass es viele Menschen gibt, die am Fest der Liebe einsam und traurig sind.

Weihnachten ist ein Fest der Liebe. Ein Fest, an dem wir Zeit mit den Menschen verbringen, die uns wichtig sind. An dem wir bewusst die Hektik des Alltags aussperren und die Ruhe in vertrauter Umgebung genießen. Als zusätzliches wunderbares Geschenk empfinde ich, dass der 24. Dezember in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt. Kein hektisches Einkaufen am Morgen, kein Erledigen von Dingen auf den letzten Drücker. Kein panisches Herumrennen. Stattdessen ein entspannter Start in die Feiertage. Dass Geschäfte, die Genuss- und Lebensmittel verkaufen, laut Landesgesetz an diesem vierten Advent für drei Stunden ihre Türen öffnen dürfen und einige Einzelhändler diese Karte auch ziehen wollen, stimmt mich traurig. Als ob wir nicht genügend Zeit gehabt hätten, unsere Dinge bis Samstagabend zu regeln. Als ob uns allen nicht die positive Erfahrung von Entschleunigung gut täte. Doch letztlich liegt es ja in unserer eigenen Hand, ob wir bis kurz vor Heiligabend aufs Gaspedal treten oder nicht.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein besinnliches, friedliches Weihnachtsfest mit vielen schönen Momenten für Sie und Ihre Familie. Und wenn Sie schon heute Abend gut in die Feiertage starten wollen, dann machen Sie sich auf den Weg nach Steinheim zur Feuerzangenbowle und stoßen Sie mit Freunden und Bekannten mit ein paar „wönzigen Schlöckchen“ aufs bevorstehende Fest an.

Artikel bewerten
4
loading