Marbach/Bottwartal Der Fall des Hammermörders wird wieder ins Gedächtnis gerufen

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Regisseur Bernd Reufels (rechts) im Gespräch mit Elke R. Evert, die viel über den Hammermörder zu berichten weiß. Artikel zeugen davon, wie fieberhaft nach dem Hammermörder gesucht worden ist. Foto: Werner Kuhnle

Marbach/Bottwartal - Elke R. Evert steht am Donnerstagnachmittag im Archiv im Redaktionsgebäude der Marbacher Zeitung. Der Raum ist vollgestellt mit Regalen, in denen Ausgaben aus vergangenen Jahrzehnten lagern. Unter anderem aus den Jahren 1984 und 1985, aus denen sie jetzt, vor einer Kamera, noch einmal berichtet.
 

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Es geht um ihre Erinnerungen an den Fall des Hammermörders, der anderthalb Jahre die Region um Marbach in Atem gehalten, ja der damals deutsche Kriminalgeschichte geschrieben hat. Sechs Menschen erschoss der Polizist Norbert Poehlke, und das in drei Fällen nur, um ans Auto seiner Opfer zu kommen. Mit denen fuhr er dann zu Banken – die er mithilfe eines Vorschlaghammers überfiel. Norbert Poehlke hat also nicht, wie manchmal fälschlicherweise angenommen wird, mit einem Hammer getötet.

Elke R. Evert berichtete damals für die Marbacher Zeitung über den Fall, hat auch ein Buch darüber mit verfasst. Es gibt wohl nichts über die Ermittlungen, das sie nicht weiß. Das weckte jetzt das Interesse von ZDF Info. Der öffentlich-rechtliche Sender rollt den Fall des Hammermörders derzeit noch einmal auf und ist zum Dreh ins Archiv der Marbacher Zeitung gekommen.

„Der Fall ist in der Erinnerung der Menschen geblieben“, begründet Regisseur Bernd Reufels von Kelvinfilm, warum jener als einer von vieren für die neue Serie „Aufgeklärt – die spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands“ ausgewählt wurde. Neben den Fällen von Marianne Bachmeier, Jürgen Bartsch und dem „St. Pauli-Killer“ Werner Pinzner. In der Serie geht es vor allem um die Frage, was Menschen dazu antreibt, Morde zu begehen. Zu Wort kommt daher auch ein Psychologe. „Im Fall des Hammermörders ist die Grausamkeit besonders, die mit den Taten einher ging. Norbert Poehlke hat seinen Opfern ins Gesicht geschossen, muss ihnen in die Augen gesehen haben“, sagt Bernd Reufels. Auch war vom Fall ja eine große Unruhe ausgegangen. Die Menschen machten sich Sorgen, die Parkplätze waren wie leer gefegt.

Gedreht wird für die Serie auch an den Tatorten – unter anderem dem Waldparkplatz Rohrbachtäle beim Forsthof und am Klärwerk Häldenmühle, wo Autofahrer erschossen wurden. Die Folge wird in etwa einem halben Jahr ausgestrahlt, der genaue Sendetermin steht noch nicht fest. Der erste Serienteil mit zwei weiteren Mordfällen ist am Freitag, 22. Dezember, zu sehen.

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