Marbach/Bottwartal Damit Gott bei Schülern ankommt

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Die Schuldekanin Diana Hughes ist für den katholischen Religionsunterricht im Landkreis zuständig. Foto: Oliver von Schaewen

Benningen - Der Weg zur Arbeit ist für Diana Hughes auf den ersten Blick kürzer geworden. Vom Wohnort Benningen fährt sie jetzt in wenigen Minuten zu ihrem neuen Büro im Ludwigsburger Stadtteil Hoheneck. Die 40-Jährige wirkt von dort aus als katholische Schuldekanin im ganzen Landkreis Ludwigsburg. Zuvor war sie Konrektorin an der Grundschule im Bietigheimer Stadtteil Buch.

Ein katholisches Umfeld hat Diana Hughes in ihrer Geburtsfamilie in Brandenburg und der Pfalz mitbekommen. Weil das DDR-Regime Christen, die ihren Glauben offen leben wollten, Steine in den Weg legte, stellten ihre Eltern einen Ausreiseantrag, der 1984 bewilligt wurde. „Mir war immer wichtig, über den Glauben zu reden“, sagt die Schuldekanin, die sich am Wohnort seit zwölf Jahren im Kirchengemeinderat engagiert. Sie finde es wichtig, dass gläubige Menschen viel über die eigene Religion wissen. Deshalb befürworte sie auch islamischen Unterricht, da er die jungen Menschen weniger anfällig für Manipulationen mache. Papst Franziskus schätzt sie wegen dessen einfacher Lebensweise und seiner positiven Ausstrahlung.

Die berufliche Veränderung in diesem Jahr war nicht unbedingt zu erwarten, sagt die neue Dekanin. Immerhin 14 Jahre lang arbeitete sie an der Schule in Buch. „Alle kannten mich – man ging wohl davon aus, dass ich irgendwann auch die Rektorenstelle übernehmen würde.“ Im Laufe des Jahres bewarb sie sich dann doch beim Bistum Rottenburg-Stuttgart für das Schuldekanatsamt. Dafür brachte sie als Ausbildungslehrerin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und mit ihrer Tätigkeit am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Heilbronn die nötigen Qualifikationen mit. „Mir war wichtig, dass die Stelle gut besetzt wird“, blickt Diana Hughes zurück. Nach einem Auswahlverfahren erhielt sie die Zusage und ist seit einigen Monaten im Amt. Das wichtigste Arbeitsfeld für Hughes ist der Religionsunterricht. „Ich bin Ansprechpartnerin für etwa 30 Religionslehrer“, sagt die Dekanin. Sie besuche deren Unterricht und führe Mitarbeitergespräche. Auch beobachte sie die Rolle des Religionsunterrichts an den Schulen und vertrete die katholische Kirche offiziell, etwa bei der Einsetzung von Schulleitern im Kreis Ludwigsburg.

Ein wichtiges Anliegen ist Diana Hughes außerdem die Schulseelsorge. Es gehe nicht nur um einen Unterricht, in dem Wissen über Religionen auf eine möglichst „erlebbare“ Weise vermittelt wird, sondern auch um „das, was meine Schule braucht“. Und das sei vor allem, so die Schuldekanin, ein Gemeinschaftsgefühl mit Schülern, Eltern und Lehrern. Den Kontakt zur Schule pflegt Diana Hughes auch, indem sie selbst weiter unterrichtet. So gibt sie seit diesem Herbst an der Gemeinschaftsschule im Sand in Bietigheim-Bissingen vier Stunden Religionsunterricht in zwei Altersstufen. „Auch da ist mir die Beziehungsebene zu den Schülern wichtig“, sagt sie. Der Unterricht solle einen besonderen Raum bieten, über Sorge, Ängste und Zweifel zu reden.

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