Marbach/Basketball Mit Basketball gegen Rassismus

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Marc Salzer bringt den Schülern die richtige Wurftechnik nahe. Foto: avanti

Marbach - Gib Rassismus einen Korb – so lautet der Titel der Aktion, mit der die MHP Riesen Ludwigsburg Schülern aus der Region sowohl Basketball als auch Toleranz vermitteln möchte. Seit mehreren Jahren sind die Riesen an verschiedenen Schulen in Stuttgart und den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn unterwegs. Am Montag fand die Aktion auch erstmals in Kooperation mit der Anne-Frank-Realschule Marbach statt.

„Eure Schule passt genau zu unserer Initiative, denn Anne Frank wurde auch Opfer von Rassismus“, meint Marc Salzer, der Athletiktrainer im MHP-Jugendbereich und Vereinskoordinator ist. Im Gespräch mit den gut 30 Acht- und Neuntklässlern der Marbacher Schule stellte sich heraus, dass diese über die Namenspatronin ihrer Schule bestens informiert sind.

Basketball eigne sich ideal, um sich gegen Rassismus zu engagieren, so Salzer. „Hier sind nicht nur Spieler mit unterschiedlichen Hautfarben und Nationalitäten in einer Mannschaft, sondern auch ganz unterschiedliche Typen an Spielern. Center, die groß aber vergleichsweise unbeweglich sind, aber auch Aufbau- und Flügelspieler, die klein und wendig sind“, erklärte er. Nur mit Centern könne man ebenso wenig erfolgreich sein wie ausschließlich mit Flügelspielern. „Beim Basketball müssen also Spieler mit ganz unterschiedlichen Stärken zusammenarbeiten.“

Bestandteil der Aktion ist, dass immer auch ein Spieler der MHP Riesen mit in die Partnerschule kommt. Da die Riesen aber am Sonntag ein Bundesligaspiel in Frankfurt absolviert hatten und sich auf das Champions-League Spiel am Dienstag vorbereiten mussten, war diesmal kein Profispieler dabei. Dafür hatte Salzer ein Nachwuchstalent mitgebracht, das möglicherweise bald in der Bundesliga debütieren wird: Der 17-jährige Karol Bubola stammt aus dem bosnischen Mostar und hat die kroatische Staatsangehörigkeit. „Der jugoslawische Bürgerkrieg hatte auch nationalistisch-rassistische Hintergründe. Auch Mostar war einer der Schauplätze des Krieges. Daher passt Karol sehr gut zu unserem Projekt“, meint Marc Salzer.

Leider spricht der Nachwuchssportler bislang weder Deutsch noch Englisch. Unter den Schülern der Anne-Frank-Realschule gab es aber kroatische Mitschüler, die sich mit Karol Bubola unterhalten konnten. „Uns ist wichtig, dass es 0,0 Prozent Toleranz für Rassismus gibt“, betonte Salzer gegenüber den Schülern. Natürlich gab es auch noch eine Übungseinheit für die Realschüler. Nach der Aufwärmphase gab es mehrere Übungen mit den drei Grundelementen des Basketballs: passen, dribbeln und werfen. Zunächst mussten sich die Schüler in Zweier- und Dreiergruppen den Ball gegenseitig zupassen. Auch das Spiel „Dribbelkönig“ wurde gespielt. Zum Schluss wurden Würfe auf den Basketballkorb trainiert. „Ein typischer Anfängerfehler beim Basketball ist, dass der Wurf nur aus den Ellenbogen kommt. Er muss aber genauso aus den Beinen kommen“, erklärte Salzer. Karol Bubola beeindruckte die Schüler mit seinen Treffern auch aus der Distanz.

Wäre es nach den Schülern gegangen, hätte die Stunde eine ganze Weile länger gedauert. Für Bubola stand aber der Medizincheck an, ohne den ein Einsatz im Kader der Riesen nicht möglich ist. Die Anne-Frank-Realschule gehört nun zu den Partnerschulen des Vereins. Im nächsten Jahr wird es einen erneuten Besuch geben – dann vielleicht mit einem Profispieler. Erst im Dezember hatte die Aktion an der Erich Käster Realschule Steinheim stattgefunden.

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