Marbach Auf Schillers Spuren

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Wessen Strauß bleibt auf dem Sockel liegen? Foto: Werner Kuhnle

Marbach - Auf die Plätze . . .“, wenn die Treppe zum Schillerdenkmal freigegeben wird und der Blumengruß startet, steht ein Erwachsener besser nicht im Weg. Getraut hat sich Clarissa Corrêa da Silva. Die Moderatorin des TV-Senders KIKA hat sich nämlich am Montagnachmittag mit ihrem Kameramann mitten ins Getümmel gestürzt, um für die Sendung „Triff . . .“ zu drehen. Darin reist die Reporterin, die aus „Wissen macht AH!“ oder auch aus dem „Kummerkasten“ bekannt ist, durch die Zeit und trifft Prominente in ihrer jeweiligen Epoche.

Seinen Anfang hat das Format 2017 mit einem Besuch bei Martin Luther genommen, erklärt Pressesprecherin Tina Hertzer vom KIKA: „Und jetzt sind Cleopatra, Leonardo da Vinci und eben Schiller, als einer der großen Dichter und Denker, an der Reihe.“ Für seine Folge reist das Filmteam auch nach Weimar, wo es an Schillers Schädel forscht, und nach Mannheim: „Dort sind wir gemeinsam mit Kindern bei eine Schiller-Inszenierung.“

Doch wer ins Leben des Schriftstellers eintauchen möchte, kommt natürlich um seine Geburtsstadt Marbach nicht herum. Der Blumengruß sei dabei zudem auch noch ein „echter Glücksfall“ gewesen, sagt Tina Hertzer: „Uns war es wichtig, in der Sendung zu zeigen, wie Schillers Leben nachwirkt. Und hier in Marbach vermitteln dann Kinder anderen Kindern den Umgang mit dem Schriftsteller.“ Neben dem Dreh beim Blumengruß war das Filmteam auch noch im Deutschen Literaturarchiv „auf der Suche nach Schillers Erbe“ unterwegs.

Und die Schillerstadt hat bei den Gästen definitiv Eindruck hinterlassen. „Es ist toll zu sehen, wie sichtbar Schiller hier in der Stadt ist“, erklärt Tina Hertzer. Und auch Clarissa Corrêa da Silva ist begeistert. Sie hat für ihre Sendung unter anderem auch in der Marktstraße gedreht und natürlich durfte auch das Geburtshaus nicht fehlen: „Die Stadt ist wirklich sehr süß mit ihrem vielen Fachwerk.“ Tatsächlich, habe ihr der Dreh für Schiller am besten gefallen – trotz „Flashbacks“ in die eigene Schulzeit: „Ich musste den Handschuh nämlich auch mal auswendig lernen.“ Außerdem sei ihre Begegnung mit Schiller, der ja in der Sendung persönlich auftritt, besonders gewesen: „Schiller ist schon ein Charmeur.“ Die Begegnungen machen für Corrêa da Silva den Reiz aus, da keine trockenen Zahlen, sondern Menschen und ihre Lebensgeschichte in den Fokus rücken.

Auch die Arbeit mit den Marbacher Kindern, die vollen Körpereinsatz gezeigt, und sogar die Statue zu erklettern versucht haben, hat der Moderatorin viel Spaß gemacht, die seit 2014 beim KIKA arbeitet: „Es geht da ja nicht nur um Interviews, sondern auch dass die Kinder vergessen, dass die Kamera mitläuft.“ Das schien die Grundschüler kaum gestört zu haben – sie zückten lieber noch ihre eigenen Kameras, um ein Selfie mit der „Zeitreisenden“ zu schießen.

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