Kommentar Stinker-Karawane

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Wenn die Stinker-Karawane in Stuttgart ausgesperrt wird, aber weiter durch Affalterbach und Marbach rollen darf, wäre das bedenklich bis unerträglich, finder Redakteur Frank Wewoda Foto: MZ

Fahrverbote für Dieselautos in Stuttgart stehen offenbar noch 2018 bevor, um die Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen. Doch wenn die Landeshauptstadt nach Lkw nun auch Dieselautos aussperren darf, die Karawane dann aber weiter fröhlich durch viel zu enge Ortsdurchfahrten wie Affalterbach und Marbach rollt, wäre das bedenklich bis unerträglich. Denn einfach hier die Schadstoffe aus den Auspuffen blasen zu lassen, vor denen Stuttgart verschont wird, kann wohl keine Lösung sein! Ob sich Marbach dann selbst zur dieselfreien Zone erklären dürfte, ist derweil vollkommen unklar.

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Das wäre aber nur eine Art Gleichgewicht des Verbotsschreckens. Dies wäre als „Notlösung“ noch freundlich umschrieben. Dann wäre das viel befürchtete lokale und regionale Tohuwabohu aus Einzelmaßnahmen da. Dies gilt es jetzt mit allen Mitteln zu verhindern. Darauf weisen Jan Trost und Thomas Winterhalter zurecht hin und dringen beim Regierungspräsidium auf eine übergeifende Lösung zur Luftreinhaltung. Leidtragende des Dauerschlafs der Bundesregierung in Sachen Schadstoffwerten sind vorerst Kommunen und die Region Stuttgart, aber vor allem ihre Diesel-Fahrer. Die wurden von teils haltlosen Versprechen der Autohersteller in die Irre geführt. Für sie jetzt Stuttgart abzuriegeln, ist ein Hohn. Zumal das Verkehrsnetz der Region Stuttgart so oder so nicht mehr der Blechlawine gewachsen ist, ganz unabhängig davon, ob es sich um Dreckschleudern oder Elektroautos handelt, die Straßen verstopfen. Deshalb muss auch hier rasch übergreifend weitergeplant und vor allem schneller realisiert werden, etwa der Ausbau der L1115. Hier hat die Bundesregierung jetzt durchaus eine Bringschuld.

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