Kommentar Sozial in Grenzen

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Erschwinglicher Wohnraum bleibt für manche ein Traum. Foto: privat

Murr - Die Wohnungsnot ist groß. Wer schon einmal auf Suche war und an einer Besichtigung teilnahm, weiß: Fündig zu werden gleicht einem Lottogewinn. Oft ist vom sozialen Wohnungsbau die Rede. Der Blick auf die exorbitant steigenden Mieten lässt den Wunsch nach erschwinglichem Wohnraum wachsen. Widerspricht ein Neubaugebiet in Murr, das vor allem mit relativ teuren klassischen Häusern angelegt wird, dieser Forderung der Zeit? Die Antwort ist ein klares Jein!

Immerhin werden Wohnungen im Ort frei, wenn die junge Familien, die nun ein Haus bauen, aus ihrer alten Behausung ausziehen. Dass der Gemeinderat im Neubaugebiet den Bau von kellerlosen Bungalows genehmigte, zeugt ebenfalls von einer sozialen Komponente, sollten diese Häuser günstig sein. Dass die Räte die Preise für die Grundstücke der Gemeinde nur leicht erhöhten, ist ein Statement gegen die explodierenden Immobilienpreise und eine hilfreiche Subventionierung, die ermöglicht, Wohneigentum zu bilden. Auch können Kinder im gewohnten Umfeld bleiben.

Städtebaulich spricht viel dagegen, im Langen Feld auch höhere Mehrfamilienhäuser zu bauen. Der Verweis, man schaffe den sozialen Wohnraum im Ortskern, stimmt aber nur zum Teil. Denn auch dort entstehen außer den Wohnmodulen der Gemeinde vor allem Gebäude, die den Marktmechanismen unterliegen.

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