Kommentar Keine Ängste schüren

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Statements waren bei der Bürger-Fragestunde nicht gestattet. Gut so! Foto: privat

Marbach - Es war klug von der Verwaltung, vor der Fragestunde auf die Regularien hinzuweisen. Statements seien nicht gestattet, machte der Bürgermeister Jan Trost klar. Das hat Dampf aus dem Kessel genommen. Die aus Facebook und Co. bekannten Tiraden gegen Flüchtlinge konnten so gar nicht erst herunter

gebetet werden. Die Fragen einiger Bürger ließen aber durchblicken, dass der Standort an der Rollschuhbahn kritisch beäugt wird. Weil er direkt am Schulweg und den Sportanlagen liegt und damit – Achtung Totschlagargument! – unsere Kinder gefährdet sind.

Warum eigentlich? Wie kommt man zu der kruden Vorstellung, dass Asylbewerber an sich ein Auge auf Kinder werfen würden? Denn das wird ja implizit immer unterstellt. Dabei werden Mädchen und Jungs doch in allen Gesellschaften ganz besonders behütet, oft genug auch betüttelt. Auch und vor allem in den Ländern, aus denen viele Flüchtlinge nach Deutschland geflohen sind – vor Krieg und Terror.

Natürlich gibt es auch unter den Asylbewerbern schwarze Schafe. Aber deswegen jeden Einzelnen von vornherein unter Generalverdacht zu stellen? Das gehört sich nicht und schürt nur unnötig Ängste in der Bevölkerung. Ist es also gefährlich, an einer Unterkunft vorbeizulaufen? Nein. Gefährlich ist nur, das zu behaupten.

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