Kirchberg Zwei Funkmasten rücken in den Fokus

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Wegen ihrer Strahlung sind Mobilfunkmasten immer wieder ein Aufreger. Foto: dpa

Kirchberg - Telefonieren, Nachrichten checken, Videos schauen, Musik hören oder im Internet surfen: Es gibt nicht mehr viel, was ein Smartphone nicht kann. Deswegen würden die wenigsten ihr Handy vermutlich freiwillig aus der Hand legen. Auf eines würden aber wohl selbst viele Dauernutzer gerne verzichten: einen Mobilfunkmasten gleich um die Ecke. Insofern dürften die Kirchberger gespannt auf die Gemeinderatssitzung am heutigen Donnerstag blicken. Denn dort steht ein entsprechendes Bauvorhaben auf der Tagesordnung.

Beantragt wird die „Errichtung einer Funkübertragungsstation mit einem Schleuderbeton-Antennenmast“ im Gewann Hutzeläcker. Wie der Bürgermeister Frank Hornek erklärt, wurde das Gesuch von einem Telekomableger eingereicht. Der gewünschte Standort befinde sich an der Ortsausfahrt in Richtung Aspach. Wobei das Ganze nicht wirklich neu sei. Vor zwei Jahren habe der Antrag schon einmal vorgelegen. Allerdings habe der Gemeinderat damals befunden, dass der Mast zu nah an der Wohnbebauung gelegen sei und besser 200 Meter weiter abgerückt werden soll. Genau diese Vorgabe sei nun mit dem neuerlichen Gesuch berücksichtigt worden. Allerdings sei die Übertragungsstation jetzt so konzipiert, dass sie nicht mehr 30, sondern 36 Meter hoch ausfallen solle. Was die Verwaltung dem Gremium in der Sache empfiehlt? „Wir stellen den Bauantrag vor, der Gemeinderat entscheidet dann“, sagt Frank Hornek.

Wobei der Bürgermeister auch keine falschen Hoffnungen machen will. Die Mitsprache-Möglichkeit der Räte sei in baurechtlicher Hinsicht gering. Die Tür sei da vom Gesetzgeber recht weit geöffnet worden. Wenn die Kommune also je das Vorhaben verhindern wollte, müsse das eher über das Gelände geschehen, auf dem der Mast errichtet werden soll. Das gehört nämlich der Gemeinde und müsste erst an das betreffende Unternehmen verpachtet werden. Sollte man das Areal aber nicht für diesen Zweck hergeben, muss das auch nichts heißen. „Dann könnten sie einfach auf den Acker daneben gehen“, stellt der Rathauschef fest. Oder auch näher an die Bebauung heranrücken. Frank Hornek gibt aber auch zu bedenken, dass der Wirbel um die Mobilfunkstationen für ihn auch ein gewisses „Gschmäckle“ habe. „Jeder läuft ja mit einem Handy rum“, sagt er. Trotzdem wolle niemand vor der eigenen Haustür einen Masten haben.

Der Kirchberger Gemeinderat nimmt bei dem Thema allerdings offenbar keine Blockadehaltung ein. Denn vor einiger Zeit habe das Gremium schon einem anderen Masten zugestimmt, gibt Frank Hornek zu bedenken. Der soll am alten Steinbruch entstehen. Aufgestellt wurde er jedoch bis heute nicht. „Da kommt jetzt aber Bewegung rein“, sagt Frank Hornek. Das hat auch die Bürgerinitiative Mobilfunk Kirchberg registriert. Die Mitglieder hatten Interessierte am Dienstagabend im Vereinsheim der Gemeindehalle über beide sich anbahnende Projekte informiert.

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