Kirchberg Trockenmörtelwerk ist vom Tisch

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Auf dem erweiterten Gelände des Gläser-Steinbruchs in Zwingelhausen Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Kirchberg - Es war die Überraschung der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Das von den Firmen Lukas Gläser und Baumit gemeinsam geplante Trockenmörtelwerk, das in Zwingelhausen auf dem erweiterten Gläser-Werksgelände im „Dörnle“ gebaut werden sollte und für erhebliche Unruhe unter den betroffenen Anwohner gesorgt hatte (wir berichteten), wird es nicht geben. „Die beiden Firmen haben das Projekt zu den Akten gelegt“, verkündete Bürgermeister Frank Hornek. Die Wirtschaftlichkeit für die Firma Lukas Gläser habe es nicht mehr gegeben.

Noch am selben Abend verschickte die Firma eine Pressemitteilung, in der man darauf verwies, die Tragfähigkeit des Konzeptes sei auch unter besonderer Berücksichtigung der kritischen Argumente der Anwohner geprüft worden und man habe sich aus unternehmerischen Gründen entschieden, das Projekt eines Trockenmörtelwerks nicht mehr weiter zu verfolgen. Dies bestätigte auch nochmals einer der beiden Geschäftsführer, Gerald Henkel, im Gespräch mit dieser Zeitung, ohne genauere Gründe zu erläutern. Man habe das Ganze „erst jetzt geprüft“, vorher habe man lediglich darüber diskutiert. Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung – Wilhelm D. Kern ist ausgeschieden, Geschäftsführer sind nun Gerald Henkel und Christoph Kübler – habe das aber nichts zu tun.

Außerdem bestätigte Gerald Henkel, dass das alte Schotterwerk abgerissen und durch einen Neubau nach neuestem Standard ersetzt werden soll, sodass die Belastungen für die Anwohner reduziert würden. Wann das der Fall sein werde, könne man aber frühestens Ende des Jahres sagen; Die bisherigen Planungen dazu würden überarbeitet.

Der Bürgermeister Frank Hornek sagte in seinen Erläuterungen, offenbar fühle sich die Firma Lukas Gläser nicht mehr an eine im Januar dieses Jahres noch mit dem alten Geschäftsführer getroffene Handschlagvereinbarung zu den Rahmendaten gebunden, sondern stelle Nachforderungen. Die Firma Baumit war am Freitag für eine Stellungnahme dazu nicht mehr zu erreichen. Auch eine Stellungnahme der Bürgerinitiative lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Hornek sagte, er bedauere die Entscheidung. „Für mich war das eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, doch die Unternehmen sehen das offenbar nicht mehr so.“ Die Gemeinde Kirchberg habe zwar „wenig bis nichts verloren“, außer dass viel Energie und Arbeit investiert worden sei. Doch sie habe auch nichts gewonnen. Außer der „überschaubaren Gewerbesteuer“ nannte er hier vor allem, dass nun nicht knapp 30  neue Arbeitsplätze nach Kirchberg kämen. Auch dass ein Leerrohr bis an den Ortseingang von Zwingelhausen verlegt werde, habe sich jetzt erledigt.

Christoph Berroth (Liste Unabhängige Bürgerschaft) sagte: „Ich bin enttäuscht; es gibt nur Verlierer, keine Gewinner. Auch Zwingelhausen wird seine Probleme weiterhin haben.“ Gudrun Wilhelm (Freie Liste) sagte, auch sie bedauere die Entwicklung außerordentlich. Einig waren sich die Räte darin, dass unter diesen Umständen Backnang darum gebeten werden sollte, die Änderung des Flächennutzungsplans von der Tagesordnung zu nehmen. Lediglich Helmut Layher (Liste Bürger-Union) hatte Bedenken, ob das nicht „zu kurz gesprungen sei“, da man sich doch später ohnehin wieder mit dem „Dörnle“ befassen müsse. Hornek verwies jedoch darauf, dass die Planungsunterlagen nun nicht mehr stimmten. „Mit einer falschen Begründung in der zweiten Runde würde uns das um die Ohren fliegen.“

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