Kirchberg Schultes verspricht keine Wunder

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Der Amtsinhaber Frank Hornek hat die Sanierung der Gemeindehalle auf der Agenda. Foto: avanti

Kirchberg - Nur der amtierende Schultes Frank Hornek hat für die Bürgermeisterwahl am 4. Februar in Kirchberg seinen Hut in den Ring geworfen. Eine vierte Amtszeit ist ihm also gewiss. Er hätte sich folglich bei der Kandidatenvorstellung am Freitag in der Gemeindehalle einen routiniert-entspannten Auftritt leisten können. Doch weit gefehlt. Frank Hornek zeigte sich bei seinem Rück- und Ausblick hoch engagiert, formulierte ehrgeizige Ziele – und packte vor rund 150 Zuhören auch heiße Eisen an.

So thematisierte er die schwierigen vergangenen Monate, in denen die Kommune nach dem Edeka-Aus ohne Supermarkt dastand. Es habe ihm zwar keiner direkt ins Gesicht gesagt, ihm sei aber zugetragen worden, dass man auch ihm die Situation ankreide, nach dem Motto: schlafen Bürgermeister und Gemeinderat? „Dabei war ich an der Zukunft des Einkaufsmarktes immer dran. Auch der Gemeinderat hat sich mit dem Thema beschäftigt. Allein: das ist kein Wunschkonzert“, erklärte er. Entscheidend sei für die Betreiber, dass möglichst viele Fahrzeuge an einem Standort vorbeirollen. Und in der Hinsicht habe Kirchberg einen Nachteil mit seinem überschaubaren Durchgangsverkehr. Unlängst sei zwischen dem Eigentümer des Gebäudes und Norma aber doch ein längerfristiger Vertrag unterzeichnet worden, womit die Edeka-Nachfolge geklärt ist. Wenn der Discounter dann hoffentlich im Sommer eröffne, müssten die Bürger dort jedoch auch einkaufen. „Die großen Lebensmittelkonzerne fackeln nicht lange, wenn ein Laden nicht läuft. Für uns könnte das die letzte Chance ein, einen Einkaufmarkt dauerhaft in unserem Ort zu etablieren“, betonte Hornek.

Er ging auch auf die allerorts heiß diskutierte Flüchtlingssituation ein und betonte, dass die Kommune darauf keinen Einfluss habe. „Unsere Aufgabe ist es aber nun, die uns zugewiesenen Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und zu betreuen“, sagte er. Genau das leiste man dank der Hilfe engagierter Bürger in den drei Gebäuden in der Talstraße, dem Frühmesshof und der Ortsmitte, wo zusammen 37 Personen eine Bleibe gefunden haben. Etwas mehr als 60 Personen lebten zudem in dem Asylbewerberheim des Landkreises in der Kalkwerkstraße.

Selbst in der Hand hat die Kommune hingegen, wie es mit der Gemeindehalle weitergeht. Die ist in die Jahre gekommen. „Erforderlich ist eine Komplettsanierung“, erklärte Frank Hornek. Ihm schwebt dabei die Erweiterung des Eingangsbereichs hin zu einem großzügigen Foyer vor. Dieses könnte dann als Schulmensa und Veranstaltungsraum dienen. Dafür müssten mehr als drei Millionen Euro in die Hand genommen werden. Das Projekt solle nach Möglichkeit mittelfristig angegangen werden.

Eventuell werde die Kommune auch eine weitere Kita an den Start bringen. Räumlichkeiten dafür wären im Gebäude B der Schule vorhanden. Doch diese Karte spiele man nur, wenn der Bedarf vorhanden sei. So abwegig ist das aber nicht. Denn: „Keine der umliegenden Gemeinden hatte so hohe Geburtenzahlen in den vergangenen drei Jahren wie Kirchberg“, erklärte Frank Hornek. Einzigartig in Baden-Württemberg sei sogar das Programm Kiga-Plus. Hier werde der älteste Kindergartenjahrgang in einer Gruppe zusammengefasst, um die Kids optimal auf die Schule vorbereiten zu können.

Der Bürgermeister machte ferner darauf aufmerksam, dass Kirchberg in den 24 Jahren unter seiner Regie unter anderem schuldenfrei geworden sei, einen S-Bahn-Anschluss bekommen und die Ortskernsanierung vorangetrieben habe. Gleichwohl: „wunder was“ für die Zukunft wolle er nicht versprechen. Er habe durch all seine bisherigen Amtsperioden erreichen wollen, dass die Leute so gerne wie er in Kirchberg leben. „Und das soll auch das Ziel für die nächsten acht Jahre sein.“

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