Kirchberg Edeka-Markt schließt bereits in fünf Wochen

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Als „Rückgrat unserer Grundversorgung“ hatte Frank Hornek den Markt einst bezeichnet. Nun schließt er. Foto: Archiv (Phillip Weingand)

Kirchberg - Dass der Edeka-Supermarkt in Kirchberg bald schließen könnte, das hatte in Teilen der Bürgerschaft in den vergangenen Wochen, ja Monaten bereits die Runde gemacht. Aus der Befürchtung wird nun Realität – und zwar bereits in fünf Wochen: Am Samstag, 12. August, wird der Edeka letztmals für Kunden öffnen. Das teilte Christhard Deutscher, Pressesprecher bei Edeka-Südwest, am Freitag auf Nachfrage mit.

Als Grund für die Schließung des einzigen Grundversorgers in Kirchberg nennt das Unternehmen die Tatsache, dass Kaufmann Erhard Mattes, Betreiber des Marktes im Gewerbegebiet Gehrn, in den Ruhestand geht. Zudem laufe der Mietvertrag für den Laden aus, erklärt Christhard Deutscher weiter. Die neun Mitarbeiter konnten demnach an umliegende Märkte vermittelt werden.

Bei der Gemeindeverwaltung zeigt man sich überrascht darüber, dass die Schließung nun recht kurzfristig umgesetzt wird. „Uns war kommuniziert worden, dass dies eher Richtung Ende des Jahres der Fall sein wird“, sagt Bürgermeister Frank Hornek. Erst im Juni sei durchgesickert, dass der Edeka bereits Mitte August schließt.

Noch vor drei Jahren hatte im Raum gestanden, dass der Markt seine Verkaufsfläche vergrößert, um für einen möglichen späteren Betreiber attraktiver zu sein. Der Gemeinderat hatte hierfür grünes Licht gegeben. Umgesetzt worden ist die angedachte Erweiterung allerdings nicht.

Die Suche nach einer Nachfolge-Lösung laufe, versicherte Hornek am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderats, als ein Bürger danach gefragt hatte. Die Suche ist dabei vor allem Sache des Eigentümers. „Wir als Gemeinde sind aber natürlich sehr interessiert daran, dass sich hier jemand findet. Ich stehe mit dem Eigentümer regelmäßig in Kontakt. Zu vermelden gibt es hier aber nichts. Es wäre natürlich schade, wenn der Markt ersatzlos wegfällt“, erklärt Frank Hornek.

Dass kleinere Gemeinden von Anfragen möglicher Supermarkt-Betreiber nicht gerade überschüttet werden, ist nichts Neues. Noch einmal schwieriger gestalte sich die Suche in Kirchberg aber deshalb, so Hornek, weil keine Straße durch den Ort führe, „auf der täglich 10 000 Autos fahren“. Auch wenn man sonst darüber natürlich glücklich sei, „aber die Kunden eines solchen Markts kommen nunmal mit dem Pkw“. Generell sei die Entwicklung hin zu einer Konzentration von wenigen großen Märkten in größeren Kommunen aus Kirchberger Sicht „bedauerlich“. Bereits vor rund 19 Jahren sei es schwierig gewesen, den damaligen Spar, der später von Edeka übernommen worden ist, nach Kirchberg zu lotsen, erinnert sich Frank Hornek. „Da musste ich lange für kämpfen. Und die Situation ist seitdem nicht einfacher geworden.“

Den Bürgern wird bis zu einer möglichen Nachfolge nichts anderes übrig bleiben, als sich in den Nachbargemeinden für den täglichen Bedarf einzudecken. „Die Erreichbarkeit selber ist weniger das Problem. Die Grundversorgung gehört aber nunmal in den Ort“, sagt Frank Hornek.

Nach dem Aus von Brosi’s Drogerie im Frühjahr in der Ortsmitte droht damit ein weiterer Leerstand. Auch für die Räumlichkeiten an der Hauptstraße wird nach einem Nachfolger gesucht. Hornek: „Die Suche gestaltet sich aber schwierig.“

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