Kanu-Club Marbach Durch Südostpolen mit dem Kajak

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Die Teilnehmer der Ausfahrt bei traumhaftem Wetter Foto: Angelika Schröder

Marbach - W

ieder einmal war es so weit und die große Pfingstausfahrt des Kanu-Club Marbach stand vor der Tür. Sorgfältigst vorbereitet durch unseren Wanderwart Helmut Klein und unser Vereinsmitglied Robert Kowalski, nahmen acht Teilnehmer die Herausforderung der Vollgepäckstour an. So wurden die Kajaks mit allem beladen, was man zum Paddeln, Kochen und Übernachten benötigt, denn es gab kein Begleitfahrzeug. Die Mitnahme eines Zweier-Kajaks, um eventuell verletzte oder erkrankte Mitpaddler an das nächste Ziel zu bringen, war aufgrund des niedrigen Wasserstands und der Flussbeschaffenheit nicht möglich. Als Training für die lange Tour wurde von Frank im Mai an vier Tagen eine Fahrt auf dem Neckar nach Heidelberg angeboten.

Gestartet wurde auf dem San, dem mit 444 Kilometer längsten Fluss Polens, in Sanok. Hier wurden wir herzlichst von Leszek Tomaszkiewicz (Fremdenführer der Kultur- und Förderungsabteilung) empfangen, der uns zu einer wundervollen Führung durch das Dorfmuseum einlud. Er bot sich an, während unseres Aufenthaltes für uns erreichbar zu sein. Ihm verdankten wir auch, dass unsere vier Fahrzeuge sicher auf einem Gelände untergebracht wurden. An diesem Tag fand der internationale Dog Race Day mit circa 200 Teilnehmern (Läufer und Hund) statt. Sanok hat zwei Partnerstädte in Deutschland, worauf die Bürger der Stadt sehr stolz sind.

Während der ganzen Ausfahrt galt es, aufmerksam zu sein, denn der San hatte sehr viele große Steinhindernisse. An den Wehren musste die Fahrbarkeit vorher zu Fuß erkundet werden. Zu Beginn begleiteten uns viele Störche, darunter sogar eine Seltenheit, ein Schwarzstorch. Auch Fischadler und Biber waren vereinzelt auszumachen. Der Fluss und die Landschaft waren überwiegend sauber.

Wir speisten in der imposanten Burg Krasiczyn und waren an einer Stelle der Tour nur einen Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Alle zwei bis drei Tage galt es, Essens- und Getränkevorräte einzukaufen, wobei uns die detaillierte Tourenplanung und GPS behilflich waren. Hierbei kamen zur Abwechslung auch die Füße zum Einsatz.

Bei Kilometer 279 mündet der San in die Wisla (Weichsel) und es änderte sich das Landschaftsbild. Statt der Steine gab es jetzt Sand und Sandbänke und es kreuzten auch Fähren den Weg. An einem Kraftwerksstau, den man bei der letzten Befahrung vor neun Jahren noch ohne Hindernisse paddelte, war diesmal eine genaue Betrachtung der Durchfahrtmöglichkeit vom Land dringend geboten. Manche Ausstiege waren sehr mühsam und die mitgebrachten Tragegurte für die Kajaks kamen oft zum Einsatz.

Für die schöne Stadt Kazimierz Dolny gönnten wir uns einen ganzen Besichtigungstag, hier wurde in den vergangenen Jahren viel für den Tourismus gebaut, auch eine Anlegerampe zum kleinen Campingplatz am Hafen.

Da uns das Wetter gewogen war, kamen wir nach 16 statt der veranschlagten 18 Paddeltagen und nach 504 Paddelkilometern am Ziel in Gòra Kalwaria an. Hier wurden dann unsere Boote ausgeladen. Am nächsten Tag holten die Fahrer die Pkw mit dem Taxi ab. Herr Tomaszkiewicz wurde beim Abendessen genauestens informiert und war über den Hinweis einer lebensgefährlichen Bootsgasse sehr dankbar.

Wieder zurück am Ausstieg angelangt, nahmen die Teilnehmer Helmut, Barbara, Robert, Heidrun, Jürgen, Uwe, Frank und Angelika die Heimreise auf. Vielen Dank an alle Teilnehmer für die harmonische Ausfahrt, bei der die Kameradschaft hervorragend funktionierte. Auch besten Dank für hervorragende Gastfreundschaft in Polen.

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