Großbottwar Ziel ist ein gutes Für- und Miteinander

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In einem feierlichen Rahmen ist das Wohnhaus der Diakonie Stetten offiziell eröffnet worden. Foto: Werner Kuhnle

Großbottwar - Nur etwas mehr als eine Woche, nachdem in Winzerhausen das neue Haus am Wunnenstein eingeweiht worden ist, hat in Großbottwar mit dem neu errichteten Wohnheim der Diakonie Stetten gleich die nächste soziale Einrichtung ihre offizielle Eröffnung gefeiert. Bis zu 24 Erwachsene mit Behinderung können in dem zweigeschossigen und barrierefreien Bau in der Kleinaspacher Straße wohnen. Mit 21 Männern und Frauen im Alter von 25 bis 80 Jahren sind seit Dezember auch bereits fast alle Räume bezogen.

Zur Einweihungsfeier mit Vertretern der Diakonie Stetten, des Landkreises sowie der Stadt Großbottwar waren nicht nur die Bewohner und das 14-köpfige Team an Voll- und Teilzeitmitarbeitern gekommen, sondern auch Nachbarn, Angehörige sowie Bewohner anderer Einrichtungen der Diakonie Stetten. Das Wohnheim in Großbottwar ist laut Pressesprecherin Sibylle Kessel das erste des Trägers im Kreis Ludwigsburg. Nachdem das anfängliche Bestreben, jenes in Steinheim zu errichten, 2012 an einem Veto des Gemeinderats gescheitert war, fühlen sich die Mitarbeiter und ihre Bewohner in der Storchenstadt nun gut aufgenommen. „Sowohl von der Stadtverwaltung als auch von der Nachbarschaft sind wir von Anfang an herzlich willkommen geheißen worden. Da wusste ich gleich: Das wird was!“, blickte Heike Gennat, Geschäftsbereichsleiterin bei der Diakonie Stetten, in ihrem Grußwort zurück.

Pfarrer Rainer Hinzen, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten, betonte mit dem Symbol der Tür den Wunsch, dass nicht nur im Wohnheim einander die Türen geöffnet werden, sondern dass die Bewohner auch weiterhin in der Stadt auf offene Türen und Herzen stoßen. „Und auch dies soll ein Haus der offenen Türen sein.“

Bürgermeister Ralf Zimmermann begrüßte die Bewohner gleich als „liebe Großbottwarer und Großbottwarerinnen“ und machte ebenfalls deutlich, dass es nun um ein Für- und ein Miteinander gehe. „Das macht eine Gemeinschaft schließlich aus. Aus der Bürgerschaft haben wir auch schon gute Reaktionen bekommen“, so Zimmermann, der als Willkommensgeschenk ein Gemälde aus dem Nachlass von Künstler Dieter Konzelmann überreichte, das den nahen Harzberg zeigt. Das auf der Rückseite geschriebene Motto „just painting“ wandelte der Bürgermeister in seinen Worten kurzerhand in „just living“ um – „einfach leben“. Das sei schließlich genau das, was im Wohnheim möglich werden soll.

Die Bewohner beziehen in Großbottwar Einzelzimmer, die zusammen Wohngruppen bilden. So kommen im unteren Stock die Senioren zusammen, im oberen jüngere Menschen. Um ihr Wohl kümmern sich die Mitarbeiter rund um die Uhr.

Der Neubau ist eine Folge der politischen Vorgabe, dass Institutionen dieser Art „regionalisiert“ werden, damit die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft leichter vonstattengeht. Gerade Großbottwar bietet offenbar gute Voraussetzungen: So haben 15 Bewohner einen Arbeitsplatz in den nahen Theo-Lorch-Werkstätten gefunden.

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