Großbottwar-Winzerhausen Die Vorfreude aufs neue Heim ist groß

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Der Zeitplan wird eingehalten: Spatenstich war im Dezember 2016, das Richtfest im  Mai 2017. Foto: Oliver von Schaewen

Großbottwar-Winzerhausen - Der Neubau des Hauses am Wunnenstein in Winzerhausen ist fast bezugsfertig. Weil 78 Bewohner aus dem alten Gebäude im Februar dort einziehen werden und dann eine Besichtigung nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, öffnete die gleichnamige Stiftung am Samstag von 14 bis 17 Uhr die Türen zum Tag der offenen Baustelle. Tatsächlich bewegten sich die zahlreichen Besucher an manchen Stellen zwischen noch eingepackten Möbeln und freiliegenden Kabeln umher. Doch wirkte das neue Seniorenheim, das für rund 10,2 Millionen Euro gebaut worden ist, schon fast vollständig.

Zwei ältere Damen aus der Winzerhäuser Nachbarschaft bestätigen den Eindruck im Foyer. „Die Zimmer sind schön“, sagt eine und räumt ein, dass sie in ein Alter gekommen sei, in dem man sich schon mal informieren sollte, wie es in einem Altenpflegeheim ausschaut. Eine andere ältere Dame, die aus dem anderen Pflegeheim der Schaude-Stiftung in Abstatt gekommen ist, äußerte sich froh darüber, dass die Tage des Altbaus an der Straße gegenüber gezählt sind. „Dort kriegst du ja Beklemmungen.“

Dem Umzug blick Birgit Bollmann, Pflegerin am Kaffeeausschank, „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, entgegen. „Ich freue mich für die Bewohner, weil die Zimmer hier heller und größer sind.“ Auch habe jeder Bewohner ein eigenes Zimmer mit Bad, wie es die Landesheimbau-Verordnung bis spätestens September 2019 für alle Seniorenheime vorschreibt. Der Abschied vom alten Haus bedeute für sie persönlich aber auch das Ende einer 25-jährigen Ära, letztlich ziehe sie gerne mit um, da sich auch die Arbeit mit den Bewohnern vereinfache.

Auf den Umzug sowohl seelisch als auch von der Orientierung her vorbereiten – das ist das Anliegen von Heimleiter Thomas Wieland. „Stellen Sie sich vor, Sie ziehen um – da wollen Sie doch auch ihr neues Heim sehen.“ Wieland führt immer wieder Gruppen durch die Räume und erklärt dabei das Wohngruppen-Konzept. So werden in jeder der drei Etagen zwei Gruppen à 13  Bewohner gebildet. Eigene Küchen, eigene Sitzgruppen sowie die Möglichkeit, den Raum durch das Öffnen von Trennwänden zu erweitern, wirken gemeinschaftsstiftend. Wieland freut sich auch auf Veranstaltungsräume und einen Festsaal. Sogar einen Raucherraum mit Abzug gibt es im Gartengeschoss für Ältere, denen nicht zugemutet wird, zum Qualmen nach draußen zu gehen. Im Vergleich zum alten Heim mit 90 Plätzen habe man künftig mit 78 etwas weniger, was der Raumaufteilung und dem verfügbaren Platz von insgesamt rund 4200 Quadratmeter Fläche geschuldet sei. Man brauche weniger Personal, so Wieland, „aber wir entlassen niemanden, es regelt sich alles durch Fluktuation“.

Von der dreiköpfigen Vorstandsspitze der Schaude-Stiftung zeigt an diesem Nachmittag Martin Walter Flagge. „Die Bewohner haben gestrahlt“, hat er beobachtet. Bewusst habe man auch die Mitarbeiter an der Gestaltung des neuen Hauses beteiligt. Das alte Heim sei sehr verwinkelt, da es früher als Hotel geplant gewesen sei. Was aus dem alten Schaude-Heim wird, entziehe sich seiner Kenntnis. Es sei Sache der Vermieterin. Der Vorstand der Schaude-Stiftung freue sich aber, dass er mit dem eigenen Heim, das im April offiziell eröffnet wird, ein neues Kapitel aufschlage.

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