Großbottwar/Handball Im Derby steht für beide viel auf dem Spiel

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Jonathan Siegler hat beim Hinspielerfolg des TVG acht Tore erzielt. Foto: Archiv (avanti)

Großbottwar - Die Handball-Landesliga muss man in dieser Saison schon fast als verrückt bezeichnen. So stehen die Männer des TV Großbottwar vor dem Derby gegen den TV Mundelsheim am Samstagabend um 20 Uhr auf Platz sechs von 14 Mannschaften – und sind damit das Team, bei dem die Abstiegszone beginnt. Im besten Fall könnten sich die Störche nach diesem Spieltag fast schon beruhigende sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz verschaffen. Im schlechtesten Fall sind es aber nur noch zwei Zähler.

Doch auch für den TV Mundelsheim steht einiges auf dem Spiel. Denn die Mannschaft von Trainer Jörg Haug würde mit einem Sieg sicher den zweiten Tabellenplatz behaupten. Und da zeitgleich die drittplatzierte SG Weinstadt auf Spitzenreiter HC Oppenweiler/Backnang trifft, würde man entweder den Abstand auf den Verfolger vergrößern oder sogar wieder die Tabellenspitze übernehmen. Bei einer Niederlage hingegen könnte der TVM auf Platz drei zurückfallen.

„Uns ist natürlich bewusst, dass für beide Teams einiges auf dem Spiel steht“, sagt Jürgen Sommer, Co-Trainer des TV Großbottwar. „Und uns ist auch klar, dass sich der TVM kein zweites Mal so überraschen lassen wird“, ergänzt er mit Blick auf den Auswärtssieg im Hinspiel. „Die Mundelsheimer werden heiß auf die Revanche sein. Sie sind als Tabellenzweiter natürlich Favorit. Aber ich glaube auch, dass sie nicht ganz so sattelfest sind wie in der Hinrunde. Es ist ja eigentlich nicht mein Thema, doch ich weiß nicht, ob es so geschickt war, nach der Hinrunde als Tabellenführer bekannt zu geben, dass man sich vom Trainer trennen wird. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass Oppenweiler und Weinstadt gerade besser drauf sind als der TVM.“ Dennoch sei man sich bei den Störchen natürlich bewusst, dass „Mundelsheim nicht der Gegner ist, gegen den wir punkten müssen. Wir können daher locker aufspielen.“ Vor allem im Rückraum sieht Jürgen Sommer, in dessen Team wohl nur Michael Gerger aufgrund einer Muskelverletzung fehlen wird, die Stärken des TVM. „Mit Andreas Bender, Johannes Wolf, den Gassner-Brüdern und Hannes Stahl haben sie da schon einige sehr gute Leute.“

Wobei Letzterer am Samstag gar nicht auf der Platte stehen wird. „Für ihn wird es nach seiner Sprunggelenksverletzung noch nicht reichen“, erklärt TVM-Trainer Jörg Haug. „Zudem fällt jetzt auch noch Gerrit Irion mit einer Wadenzerrung aus. Ich hoffe dass keiner mehr dazukommt. In dieser Woche waren zudem viele aus beruflichen Gründen nicht im Training, die Vorbereitung lief also nicht wirklich optimal.“ Dennoch stellt Haug klar: „Wir wollen natürlich Revanche. Im Hinspiel hatten wir nicht die nötige Einstellung in der Abwehr. Das ist bei uns meist ausschlaggebend.“ Der TVG ist für Haug, der selbst mehrere Jahre in Großbottwar tätig war, „ein sehr gefährlicher Gegner. Sie können richtig gut, aber auch ziemlich schlecht spielen. Zu Hause sind sie aber meist gut drauf. Man darf ihnen keine Räume geben, denn das nutzen gerade die schnellen Leute wie Jonathan Siegler oder Max Körner in der Regel gnadenlos aus“, warnt der TVM-Coach. „Entscheidend wird sein, wer weniger Fehler macht.“ Einig sind sich Jörg Haug und Jürgen Sommer auf jeden Fall in einem Punkt: Beide freuen sich auf das Derby in einer hoffentlich vollen Halle.

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