Großbottwar Die Hoffnung auf ein Lädle lebt noch

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In dem linken Haus könnte ein Laden angesiedelt werden. Foto: KS-Images.de

Großbottwar - Die Ortsmitte von Winzerhausen wird nach und nach herausgeputzt. Mehrere Gebäude wurden inzwischen auf Vordermann gebracht, teils auch alte, abgewirtschaftete Immobilien abgerissen. Mittlerweile steht auch fest, dass das Land nochmals 400 000 Euro für die Verschönerung des Zentrums bereitstellt. Während der Großbottwarer Stadtteil baulich einen Aufschwung erlebt, sieht es in Sachen Nahversorgung weniger erfreulich aus. Der Wochenmarkt schlief vor einigen Jahren ein und die Pläne mit der Ansiedlung eines Bäckers haben sich vorerst zerschlagen. „Wir hatten einen Betreiber in Aussicht, der ist aber kurzfristig abgesprungen“, sagt der Ortsvorsteher Friedrich Link.

Brötchen, Brot, Brezeln und Co. hätten an der Ecke Grönerstraße/Raiffeisenstraße verkauf werden soll. Dort hat der Winzerhäuser Bauunternehmer Jürg Schrembs zwei moderne Wohn- und Geschäftshäuser hochgezogen. Ein drittes wird wohl schon bald folgen. Das Landratsamt Ludwigsburg habe vor kurzem die Genehmigung dazu erteilt, berichtet Friedrich Link. Der Bäcker hätte jedoch in das erste Haus einziehen sollen, wo extra Räumlichkeiten für einen Laden reserviert sind.

Der Ortsvorsteher bläst deshalb aber keine Trübsal, sondern hofft, dass sich andere Türen öffnen, nachdem sich die erste verschlossen hat. Zum einen steht Friedrich Link in Kontakt mit jemandem, der Landläden betreibt. Wobei er hier nicht zu viel versprechen will. „Das ist sehr vage“, sagt er. Zum anderen könnte als letzte Option ein Gemischtwarenladen vielleicht über eine GmbH geführt werden. Auf dieses Modell werde beispielsweise in einem Geschäft in Jagsthausen gesetzt, das sich Friedrich Link angeschaut hat. Wobei sich in dem Fall nur bedingt Vergleiche zu Winzerhausen ziehen ließen, wie der Ortsvorsteher erklärt. Schließlich gebe es dort im Umkreis von 15 Kilometern keine Konkurrenz – was im Bottwartal ganz anders wäre.

Friedrich Link betont jedoch auch, dass man mit der aktiven Vermarktung der Ladenfläche in Winzerhausen ohnehin noch nicht beginnen möchte. Man wolle erst den richtigen Zeitpunkt abwarten. Momentan sei noch zu viel von der Baustelle zu sehen. In die Suche nach einem Betreiber werde man erst einsteigen, wenn die Fläche davor eingeebnet sei, also quasi das Fundament für den geplanten Dorfplatz geschaffen wurde. Dazu müsse jedoch der Keller für das dritte Schrembs-Haus stehen. „Wenn man das alles sieht, ist die Situation eine ganz andere“, prognostiziert Friedrich Link. Er gibt zu bedenken, dass in der Dorfmitte bald auch mehr Leben herrschen wird. Der Ortsvorsteher schätzt, dass am Ende insgesamt um die 60 Leute in den neuen Häusern wohnen werden, die vor allem an der Ecke Grönerstraße/Raiffeisenstraße, aber auch auf dem Gelände der ehemaligen methodistischen Kirche geschaffen worden sind.

Das Vorgehen ist mit dem Bürgermeister Ralf Zimmermann abgestimmt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir da was hinbekommen“, sagt der Rathauschef. Der Standort sei gut für einen Laden und auch die Größe in Ordnung.

Noch attraktiver wird das Areal, wenn erst der Dorfplatz ausgestaltet ist. Dieses Projekt hat für Friedrich Link im Rahmen der Ortskernsanierung auch Priorität. Insofern müsse die Nivellierung des Geländes angepackt werden. Es brauche dann aber sicher seine Zeit, bis die Einweihung des Dorfplatzes gefeiert werden kann.

Ebenfalls wichtig ist für den Ortsvorsteher, den Kindergarten in Schuss zu bringen. Obwohl dieses Projekt im Prinzip losgelöst von der Ortskernsanierung zu sehen sei und so oder so angepackt werden müsse. „Wir wollen uns das mit dem Ortschaftsrat mal vor Ort anschauen“, erklärt Friedrich Link. Allerdings müsse nicht der gesamte Kindergarten gerichtet werden. Im Mittelpunkt stehe bei einer Instandsetzung die Außenhülle des Objekts.

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