Großaspach/Fußball „Zu behäbig und zu langsam im Kopf“

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Timo Röttger erzielt hier das 1:1, am Ende aber geht die SG Sonnenhof Großaspach leer aus. Foto: Alexander Becher

Großaspach - Es hätte alles so schön gepasst: Nach fünf Spielen ohne Niederlage wollte Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach am Sonntagnachmittag gegen die Würzburger Kickers das letzte Heimspiel des Jahres gewinnen und damit die 30-Punkte-Marke knacken. Doch hatte der Gegner etwas dagegen. Die Gäste holten ihren vierten Sieg in Folge, die SG stand nach dem 1:3 (1:2) mit leeren Händen da.

Die Gastgeber kamen zunächst überhaupt nicht in die Partie, bereits in den ersten zehn Minuten wurde es zweimal gefährlich im Sonnenhof-Strafraum. Nach der ersten Möglichkeit für die Aspacher, bei der ein Würzburger Verteidiger nach einem Freistoß den Ball knapp vor Kai Gehring zur Ecke klärte, passierte es dann: Ausgerechnet der Ex-Großaspacher Simon Skarlatidis lief den Konter, SG-Verteidiger Yannick Thermann rutschte zu allem Überfluss aus, und so bediente Skarlatidis den mitgelaufenen Orhan Ademi, der das 0:1 erzielte.

Erst jetzt kamen die Hausherren besser ins Spiel und erarbeiteten sich einige Möglichkeiten. So scheiterte Timo Röttger in der 18. Minute nur knapp, der auf die anschließende Ecke folgende Kopfball von Daniel Hägele verfehlte das Ziel auch nur um etwa einen halben Meter. Der Sonnenhof-Kapitän leitete dann aber den Ausgleich ein, als er in der 33. Minute rechts im Würzburger Strafraum bis zur Grundlinie durchzog, dann auf Röttger flankte, der den Ball schön annahm und aus der Drehung für das 1:1 sorgte. „Da waren wir dann besser im Spiel, laden den Gegner aber durch einen unnötigen Ballverlust zur erneuten Führung ein“, monierte SG-Trainer Sascha Hildmann. Saliou Sané hatte den Ball vertendelt, kurz darauf erzielte Simon Skarlatidis aus etwa 18 Metern das 1:2 – die Gäste-Führung zur Halbzeitpause war aufgrund der insgesamt besseren Chancen und größeren Spielanteile durchaus verdient.

Nach dem Wechsel hoffte der SG-Anhang darauf, dass sein Team die Partie noch drehen könnte. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Gäste ließen kaum etwas zu, waren giftiger, zweikampfstärker und lauffreudiger. „Das war zu behäbig und zu langsam im Kopf. Heute haben viele meiner Spieler vieles falsch gemacht, was sie in den vergangenen Wochen richtig gemacht haben“, räumte Sascha Hildmann ein. Der Aspacher Coach versuchte, von der Bank die entscheidenden Impulse zu setzen und brachte unter anderem Mario Rodriguez für den wirkungslosen Saliou Sané. Der US-Amerikaner wäre einer gewesen, der im gegnerischen Strafraum die Bälle auch mal verarbeiten kann. „Aber dafür muss man ihn auch anspielen. Wenn man auf diesem Boden keine Flanken schlägt, sondern immer noch einen Pass um den Strafraum herum spielt, dann kann es nicht funktionieren“, ärgerte sich Hildmann. Die Würzburger hatten deutlich mehr Chancen, das 1:3 war nur eine Frage der Zeit. In der 83. Minute rutschte dann ein Abschlag durch dasSG-Mittelfeld, Kickers-Stürmer Dominic Baumann war frei durch, legte quer auf Ohan Ademi, der schließlich für die Entscheidung sorgte. „Es war ein gebrauchter Tag. Aber man muss jetzt auch nicht alles schlechtreden, was in den vergangenen Wochen gut war“, nahm Sascha Hildmann sein Team in Schutz und hofft nun auf die letzten beiden Auswärtsspiele des Jahres in Münster und Magdeburg.

SG Sonnenhof Großaspach:
Broll – Leist, Gehring, Vitzthum, Thermann (62. Baku) – Bösel (84. Fountas), Hägele, Sohm, Gyau – Röttger, Sané (62. Rodriguez).

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