Großaspach/Fußball Die Sonnenhof-Elf schlägt sich selbst

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Kapitän Daniel Hägele hat die SG-Führung eingeleitet, doch am Ende ist sein Team wieder leer ausgegangen. Foto: avanti

Großaspach - Innenverteidiger Kai Gehring war der Frust nach dem Spiel anzumerken: „Wir schlagen uns derzeit ja selbst“, sagte er nach dem 1:3 (1:1) von Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach gegen den SV Wehen Wiesbaden. Es war das neunte Spiel in Folge ohne Sieg, mit nur zwei Zählern ist die SG das bislang schlechteste Rückrunden-Team. „Aber es ist ja nicht so, dass die Gegner uns auseinandernehmen. Die Wehener wissen wahrscheinlich selbst nicht, wie sie heute gewonnen haben. Das ist bitter für uns, aber wir müssen da wieder rauskommen“, wollte Gehring den Kopf nicht in den Sand stecken.

In der Tat hatten die Aspacher eine starke erste Halbzeit gezeigt, während die Gäste dem Anspruch, um den Aufstieg mitzuspielen, zunächst hinterherliefen. Wehen-Coach Rüdiger Rehm, als ehemaliger Spieler und Trainer im Fautenhau so etwas wie eine Sonnenhof-Ikone, war daher auch gar nicht zufrieden mit den ersten 45 Minuten: „Ich kenne große Teile der SG-Mannschaft und ihre Mentalität sehr gut. Aber bei vielen meiner Spieler hatte ich zunächst das Gefühl, dass sie das für einen Selbstläufer gehalten haben.“ Das war es sicher nicht, und in der 14. Minute gab es eine Premiere in dieser Rückrunde: Die Sonnenhof-Elf ging in Führung. Daniel Hägele schickte mit einem schönen Pass Taxiarchis Fountas auf der rechten Seite auf die Reise, dessen Flanke verwertete der mitgelaufene Timo Röttger per Direktabnahme zum 1:0.

Doch leider zeigte die SG auch in der ersten Halbzeit wieder, warum sie derzeit auf keinen grünen Zweig kommt. Gleich drei Fehler führten in der 36. Minute zum Ausgleich. Zunächst ging Shqiprim Binakaj zu zaghaft in den Zweikampf, während sich Sebastian Schiek kurz vor dem Strafraum-Eck zu einem völlig unnötigen Foul verleiten ließ. Den auf das kurze Eck gezirkelten Freistoß hätte Keeper Kevin Broll vermutlich aus der Gefahrenzone fausten können, doch er ließ den Ball abklatschen. Und schließlich setzte kein Verteidiger schnell genug nach, während Wehens Kevin Pezzoni die Kugel zum 1:1-Halbzeitstand über die Linie drückte.

Nach einem ersten Schreckmoment, als Sebastian Schiek und Jeff Fehr kurz nacheinander in brenzligen Situationen klärten (48.), hatte die SG ihre beste Phase und mehrere Chancen. Doch Kai Gehring scheiterte mit einem Volleyschuss an Gäste-Keeper Markus Kolke (51.), Julian Leists Kopfball ging daneben (53.), Timo Röttgers Distanzschuss war nicht platziert genug (56.), und Taxiarchis Fountas wurde nach einem Ballgewinn vor dem Wehener Strafraum gerade noch gestoppt (58.). Auch ein Lupfer von Jo Gyau (79.) konnte Kolke nicht überwinden. Und so kam es, wie es fast schon kommen musste: Die Wehener schlugen in ihrer bekannt starken Schluss-Viertelstunde zu. Bei einer Flanke vom Ex-Aspacher Moritz Kuhn unterlief Sebastian Schiek ein kapitaler Stellungsfehler. So erzielte Stephan Andrist per Kopf das 1:2. Und als die SG alles nach vorne warf, schlug Andrist in der 89. Minute nochmals zum endgültig entscheidenden 1:3 zu. „Eine so extreme Negativserie habe ich auch noch nicht erlebt“, resümierte SG-Coach Sascha Hildmann. „Das tut weh. Aber hinfallen ist okay, wir müssen nur wieder aufstehen.“ Das Polster auf die Abstiegsränge ist zum Glück beträchtlich – noch.

SG Sonnenhof Großaspach:
Broll – Fehr, Leist, Gehring, Schiek – Binakaj (75. Baku), Hägele, Bösel (88. Rodriguez), Gyau – Fountas, Röttger (80. Sané).

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