Gronau Schafe, Wolle, Handwerk  – und alles, was dazugehört

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An mehr als 100 Marktständen hat es viel Auswahl gegeben. Foto: Sandra Brock

Gronau - Was einst mit einer Handvoll Ständen rund um das Thema Wolle begonnen hat, hat sich heute – 17 Jahre später – zu einem echten Event gemausert. Mehr als 100 Marktstände und Buden sind es inzwischen, die zum Schafwollfestival am Samstag und Sonntag in den Gronauer Dorfwiesen aufgebaut wurden. Angeboten wird dort eigentlich alles rund um Wolle und Schafe, dazu außerdem altes und neues Handwerk, etliche Aktionen zum Mitmachen, Interessantes zum Zuschauen, Leckeres zum Probieren und vieles mehr.

Die Besucher freut’s. Sie schlendern in aller Ruhe von Stand zu Stand, beäugen neugierig Schäferstäbe, schnuppern an verführerisch duftenden Schafmilchseifen, schlotzen Schafmilcheis, beobachten Bienen in ihren Waben, kruschteln zwischen hübschen Kleinigkeiten herum, bestaunen ganze Bauernhöfe mit Filztieren, beißen in einen Lamm-Burger, trinken ein Viertele, informieren sich über verschiedene Schafrassen und die Herstellung von Schafskäse, kaufen bunte Accessoires oder drehen eine Runde auf dem Mini-Karussell, das extra auch einen Sitz für Erwachsene hat . . .

2001 haben der Gronauer Franz Theiss und einige Mitstreiter das Schafwollfestival zum ersten Mal auf die Beine gestellt. Ob die Idee überhaupt funktioniert, das wusste damals keiner. Inzwischen ist das längst klar.

Und so manch ein Stammbesucher hat im Laufe der Jahre auch so einiges gelernt. Zum Beispiel, dass es sich bei zweien der Tiere in der Schafschau nicht um Ziegen, sondern um Mufflons handelt, die Urschafe, die so ganz anders aussehen als ihre wolligen Kollegen. Es sind aber auch noch weitere Schafsrassen vertreten – sehr zur Freude der jungen Besucher, die teils begeistert, teils etwas ängstlich am Zaun vor den Tieren stehen und ihnen ein Büschelchen Gras hinhalten.

Wer die Reihen der Stände durchschlendert hat, hat es nicht mehr weit zur großen Wiese Richtung Oberstenfeld. Auf dem Gelände werden Schafe an beiden Tagen gehütet. Jeweils nachmittags werden auf der dortigen Bühne Schafe geschoren und anschließend die Wolle mit einem Spinnrad weiterverarbeitet.

Unterhalten werden die Besucher des Schafwollfestivals auch wieder vom Oberstenfelder Mundartdichter Hanns-Otto Oechsle. Er erzählt so allerlei Schwäbisch-humoriges auf der Bühne im Zentrum des Festivals. Dort treten am Samstag auch Helmut und Walter mit „Acoustic Rock handgemacht“ auf. Die Jagdhornbläser des Bläsercorps Ludwigsburg begrüßen am Sonntag musikalisch die Gäste der wolligen Veranstaltung.

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