Gronau Määäh: glückliche Schafe – glückliche Besucher

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Foto: Werner Kuhnle

Gronau - Die drei Suffolk-Schafe mit ihren dunklen Köpfen gucken neugierig aus dem Hänger: Was für ein buntes Treiben sich da vor ihren Augen abspielt! Zwei Tage lang schlendern hunderte Besucher an den Wolltieren vorbei, nicht wenige bleiben stehen und gucken sich die Suffolks genauer an. Kein Wunder: Gemeinsam mit den Mufflons, den Ur-Schafen, nebenan stehen sie ja auch im Mittelpunkt der Veranstaltung, dem Schafwoll-Festival in den Gronauer Dorfwiesen.

„Wollige Landschaftspfleger“ nennt Organisator Franz Theiss die Tiere, denen er vor 18 Jahren ein ganzes Fest widmete. Aus der kleinen Zusammenkunft einiger Stände mit Produkten rund ums Schaf ist ziemlich schnell etwas ziemlich Großes geworden. Aus der ganzen Region strömen seither die Besucher immer am ersten September-Wochenende nach Gronau.

Kein Wunder. Das Schafwoll-Festival besticht durch viele, viele bunte Marktstände entlang der Bottwar, an denen es einzukaufen gibt, was das Herz begehrt: Schafskäse, -Wurst und -Fleisch, Wolle und alles, was man daraus machen kann, Schmuck, Körbe, Seifen, Nudelchips, Gute-Laune-Dip, Schaffelle in allen Farben, frisch geröstete Kürbiskerne, Honig, und, und, und . . . Gerade bei der Kleidung aus Schafwolle dürfte sich so mancher für die kommenden Wintermonate eingedeckt haben – und das kühlere Wollwetter passte zum Anprobieren. Gezeigt wird außerdem altes und neues Handwerk wie Weben, Spinnen und Filzen. Und beim Woll-Fühl-Pfad können kleine und große Besucher selbst ertasten, wie sich frisch geschorene Wolle anfühlt und welche Wandlung sie bis zum fertigen Stoff durchmacht.

Wie die Schafe geschoren werden, hätte am Samstag – wie jedes Jahr – eigentlich auch gezeigt werden sollen. Allerdings musste der Programmpunkt ausfallen, weil der Schafscherer nicht auftauchte. Das „Ersatzprogramm“ auf der Bühne konnte sich aber ebenfalls sehen lassen: Philipp Kori hat Holz-Schafe mit der Motorsäge „geschnitzt“.

Ebenso für gute Unterhaltung wie alle Jahre sorgte der Mundart-Dichter Hanns Otto Öchsle aus Oberstenfeld mit schwäbischen Beiträgen, Helmut, Walter und Bernhard mit „Acoustic-Rock handgemacht“ sowie die Jagdhornbläser des Bläsercorps Ludwigsburg.

Kulinarisch stand – natürlich – auch so einiges rund ums Schaf auf der Speisekarte, Lammgosch mit Schafskäse etwa oder Lammbraten. Aber auch für Nicht-Lamm-Esser war einiges geboten.

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