Freiberg/Fußball SGV Freiberg unterliegt Bissingen im Derby

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Abwehrspieler Eric Bauscher hat sein Startelf-Debüt gegeben. Foto: avanti

Freiberg - Mit betretener Miene sitzt Ramon Gehrmann, der Coach von Fußball-Oberligist SGV Freiberg, am Samstagnachmittag im Presseraum der Freiberger. Minuten zuvor war das Derby gegen den FSV 08 Bissingen abgepfiffen worden. Ein 0:2 prangte zu diesem Zeitpunkt von der Anzeigentafel. Seinen Humor hat Gehrmann dennoch nicht verloren. Auf die Analyse von Gäste-Coach Andreas Lechner „letzte Woche war alles scheiße, diese Woche ist alles super“ kontert Gehrmann salopp: „Letzte Woche war alles super, diese Woche ist alles scheiße.“ Damit hat er die Lacher auf seiner Seite, die Schwere aus der Niederlage genommen, die absolut zu vermeiden gewesen wäre.

„Wir haben alles versucht, hatten viel Ballbesitz, aber am Ende verliert man so ein Spiel, bei dem wohl auch Bissingen nicht weiß, wie sie das überhaupt gewonnen haben“, so der SGV-Trainer. Er meint: „Das Spiel hat sich auf einer Fläche von zwei Metern entschieden. Mal schauen, ob unser Hausmeister diese zwei Meter bis zum nächsten Spiel austauschen kann.“ Besagte zwei Meter befanden sich am Samstagmittag direkt vor dem Freiberger Kasten und hatten zwei Hauptdarsteller. Zum einen Clemens Schlimgen, zum anderen Julian Schiffmann. Ersterer trat in der 29. Minute in Erscheinung – und zwar so unglücklich, wie man als Akteur nur auftreten kann. Beim Versuch, den Ball von der Linie wegzuhauen, donnerte Schlimgen den Ball aus der Drehung heraus direkt auf Gegenspieler Lukas Lindner, von dem aus der Ball mit Vollspann ins Netz knallte. Lindner selbst wusste gar nicht, wie ihm geschah, als er kurzerhand als Torschütze zum 1:0 verkündet wurde. Denn: Dieser Treffer ging zu 95 Prozent auf das Konto von Schlimgen, der einfach nicht richtig aufgepasst hatte. An gleicher Stelle ließ Julian Schiffmann dann in der 70. Minute den Ausgleich liegen – und Trainer Gehrmann mit der Stelle hadern.

Nach einer Flanke von Niklas Pollex von links, die an Mann und Maus vorbeiflog, stand Schiffmann eigentlich ideal am langen Pfosten und hätte nur noch den Fuß hinheben müssen, doch stattdessen setzte er einen Meter vor dem Boden zum Kopfball an und traf das runde Leder nicht richtig. Das war umso ärgerlicher, als der SGV zu diesem Zeitpunkt bereits in Unterzahl war. Denis Zagaria hatte in der 68. Minute nach einer Tätlichkeit Rot gesehen – völlig zu Recht wohlgemerkt. Nach einem kleinen Gerangel mit dem Ex-Freiberger Marius Kunde an der Mittellinie ließ Zagaria sich dazu hinreißen, Kunde mit beiden Händen zu schubsen. „Die Rote Karte war unser Genickbruch“, meinte Steven Kröner später. Coach Ramon Gehrmann sagte dazu nur: „So etwas darf einem erfahrenen Spieler wie Denis Zagaria nicht passieren.“ Dezimiert versuchte Freiberg zwar trotzdem alles, blieb an diesem Tag aber einfach zu ungefährlich. Und die Chancen, die man hatte – „die haben wir nicht reingemacht“, meinte ein enttäuscht auf dem Rasen sitzender Niklas Pollex.

Bissingen machte es ehrlich gesagt auch nicht viel besser, ließ viel zu oft beste Kontermöglichkeiten aus, kam in der Nachspielzeit aber durch eine Unachtsamkeit der Freiberger doch noch zum 2:0 durch Peter Wien. „Die Niederlage ist bitter, aber wir müssen nach vorne schauen. Die nächste Aufgabe wartet“, so Ramon Gehrmann. SGV Freiberg:
P. Nagel – Bauscher, Zagaria, Fausel – Schlimgen (46. Pollex), Fossi (79. Kienast), Kröner, Schiffmann (75. Tasdelen), Gentner – Sökler, Marotta.

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