Förderverein Urmensch-Museum Wo kommt der Mensch her? Die Forschung lässt nachdenken . . .

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Oliver Sandrock hat viele Fakten gut veranschaulicht. Foto: Förderverein

Steinheim - Der Paläontologe Oliver Sandrock arbeitet im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt und verfügt über Erfahrungen aus erster Hand, weil er in Malawi seit langer Zeit bei Ausgrabungen mit Professor Friedemann Schrenk zusammenarbeitet. In einem Streifzug durch die Geschichte verdeutlichte Sandrock, dass die Frage, woher der Mensch kommt, durch unterschiedliche Weltbilder und durch Rassismus früher häufig so beantwortet wurde, dass unsere Vorfahren Europäer waren. Durch neuere Funde in Afrika wurde dies heftig in Frage gestellt.

Veranschaulicht durch viele Bilder führte der Referent den Zuhörern die Funde vor allem aus Äthiopien und Tansania vor. Dabei ging es in der Geschichte über vier Millionen Jahre zurück. Vergleiche mit Affenschädeln und -knochen wurden im Zusammenhang mit der Frage nach der Evolution des Menschen angestellt. Sandrock stellte fest, dass das, was man oft als Merkmale für den Menschen anführt, nämlich dass er Werkzeug benutzt, einen aufrechten Gang hat und eine bestimmte Hirngröße besitzt, nicht unbedingt tauglich für eine eindeutige Einordnung ist. Vom ersten Mensch spricht er aufgrund körperlicher Merkmale, wie zum Beispiel der Form des Kopfes. Den Unterschied erläuterte er anhand eines Zahnbogens eines Menschen, der circa 2,8 Millionen Jahren alt ist. Er unterscheidet sich eindeutig von dem eines Affen. Auch haben alle Menschen ähnliche Erbanlagen. Die DNA eines Nordeuropäers unterscheidet sich von der eines Afrikaners weniger als die DNA von Menschenaffen untereinander.

Der Referent betonte, dass es als gesichert gilt, dass nach dem Stand der Forschung alle unsere Vorfahren aus Afrika stammen und den Kontinent vor circa zwei Millionen Jahren verlassen haben. Aber aus ungefähr der gleichen Zeit stammt beispielsweise ein Fund aus Georgien. Das wirft natürlich Fragen auf. Die Zuhörer im Urmensch-Museum merkten, dass wissenschaftliche Ergebnisse angesichts der wenigen Urmenschenfunde nicht immer zu eindeutigen Aussagen führen und es noch viel Raum für künftige Forschungen gibt. Deshalb sind nach diesem lebendigen und spannenden Vortrag einige zum Nachdenken angeregt worden.

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