Erdmannhausen Kalte Halle statt roter Teppich

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Beate Hartmann-Matter, Volker Schebesta, Fabian Gramling und Birgit Hannemann (von links) im Gespräch über die marode Schulturnhalle. Foto: Sandra Brock

Erdmannhausen - Wenn der Staatssekretär und der Landtagsabgeordnete kommen, wird gerne mal der rote Teppich ausgerollt – zumindest im übertragenene Sinne. Sprich: Man macht alles besonders hübsch. Das war in Erdmannhausen am Montagmorgen nicht der Fall. An der maroden Schulturnhalle ist aber so oder so nichts zu beschönigen. „Wenn man die Halle sieht, ist klar, dass das kein Zustand ist“, betonte die Erdmannhäuser Bürgermeisterin Birgit Hannemann.

Das dürfte auch dem „hohen Besuch“ klar geworden sein. Der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling kam gemeinsam mit dem Staatssekretär Volker Schebesta aus dem Kultusministerium nach Erdmannhausen – um sich über die Inklusionsklasse an der Astrid-Lindgren-Schule zu informieren. Gramling: „Alle reden über Inklusion, ich wollte mir das mal vor Ort anschauen.“

Schulleiterin Beate Hartmann-Matter und Bürgermeisterin Hannemann nutzten die Gunst der Stunde aber auch für einen kleinen Abstecher in die Schulturnhalle, in der just an diesem Morgen auch noch die Heizung ausgefallen war – mal wieder. „Das passiert öfter“, so Hartmann-Matter. Besonders, wenn es plötzlich kalt werde. „Das packt die Heizung dann nicht.“

Die Pläne für eine neue Schulturnhalle hat die Gemeindeverwaltung bereits in der Schublade, einzig das Geld fehlt. Zwei Förderanträge hat Erdmannhausen bereits gestellt, zweimal gab es eine Absage vom Land, weil andere Projekte vorgezogen wurden. „Es ist die Regel, dass es meist nicht gleich bei der ersten Antragsstellung klappt“, meinte Staatssekretär Volker Schebesta. Neben dem Alter der Objekte schaue der Verteilerausschuss auch nach der Dringlichkeit. Wobei auch die in der 1974 erbauten Erdmannhäuser Schulturnhalle durchaus gegeben sein dürfte, meinte die Bürgermeisterin und deutete auf zwei Wasserflecken an der Decke. „Hier haben wir zum Beispiel das Dach notdürftig flicken müssen.“

Doch der Staatssekretär und der Landtagsabgeordnete haben nicht nur die Turnhalle kennengelernt, sondern auch weitere – und durchaus positivere – Details über die „kleine, nette Grundschule“, wie sie Beate Hartmann-Matter bezeichnete. 188 Kinder gehen hier zur Schule. Sechs von ihnen haben ein Handicap, wobei eines inklusiv und fünf im Rahmen der Kooperationsklassen der Paul-Aldinger-Schule betreut werden. Unter anderem durch eine Praktikantin seien momentan sehr viele Personen zur Betreuung in der Klasse, erklärte Beate Hartmann-Matter. „Das ist aber nicht die Regel, an anderen Schulen ist das anders und Sie kommen hier ein Stückweit in eine heile Welt.“ Den Grund kennt der Staatssekretär nur zu gut: „Wir haben im Moment Schwierigkeiten, Sonderpädagogen für diese Aufgabe zu finden. Der Arbeitsmarkt ist praktisch leer gefegt.“ Auch das Problem der steigenden Schülerzahlen kam zur Sprache. Im Schuljahr 2021/2021 rechnen wir mit 226 Schülern“, so Hannemann. Eine enorme Innenentwicklung sowie das Neubaugebiet ist der Grund dafür. „Das sprengt unsere Schule gewaltig“, antwortete Harmann-Matter.

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