Erdmannhausen Gute Einnahmen, steigende Ausgaben

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Die alte Schulturnhalle kann erst abgerissen werden, wenn die neue steht. Foto: Archiv (Brock)

Erdmannhausen - Alle Jahre wieder in der Weihnachtssitzung des Erdmannhäuser Gemeinderates stehen nicht nur Geschenke auf den Tischen, es wird auch der Haushalt für das kommende Jahr vorberaten. Dieser besteht diesmal im Wesentlichen aus altbekannten Projekten und einer Fortschreibung der dazugehörigen Zahlen, „die wir an manchen Stellen leider auch nach oben korrigieren mussten“, wie es der Kämmerer Eberhard Immel ausdrückt.

Zwei große Neuerungen sind im Vergleich zum Haushalt 2017 aber enthalten – wenn sie auch nicht mehr ganz überraschend kommen: Die Gemeinde muss einen neuen, fünfgruppigen Kindergarten bauen, ebenso wie eine Asylunterkunft. Bislang hatte es die Kommune als eine der wenigen im Umkreis geschafft, alle ihr zugewiesenen Flüchtlinge dezentral unterzubringen. „Wir kriegen erfreulicherweise immer wieder Wohnungen angeboten, aber das wird in der Masse nicht reichen“, so die Bürgermeisterin Birgit Hannemann.

Was beide Neubauten die Gemeinde kosten, sei schwierig einzuschätzen, erklärte der Kämmerer den Gemeinderäten. Beim Kindergarten habe er sich an den Zahlen vom Anbau am Kinderhaus Kunterbunt von vor ein paar Jahren orientiert – inklusive einer Baukostensteigerung. Damit kommt er auf rund drei Millionen Euro – verteilt auf die kommenden drei Jahre.

Auch bei der Flüchtlingsunterkunft sei es nicht leicht, verlässliche Kosten zu schätzen. „Wir wissen ja noch nicht einmal wie und wo“, so Immel. Rund 30 000 bis 40 000 Euro pro Platz könne man rechnen, so laute der Schlüssel. Dementsprechend hat der Kämmerer für das Jahr 2018 zwei Millionen Euro in den Haushalt eingestellt – was einer Unterkunft für 50 bis 60 Menschen entspräche.

Die große Unbekannte beim Projekt Schulturnhalle ist hingegen die Frage, ob die Gemeinde diesmal vom Land mit einer Förderung bedacht wird, nachdem der Geldsegen schon zweimal an Erdmannhausen vorbeiging. Das wird sich im kommenden April entscheiden. Dann könnte im September mit dem Bau loslegen. Fertigstellung wäre Anfang 2020.

Doch bei allen Unbekannten gibt es auch gute Nachrichten. Die Zuführungsrate ist mit 1,8 Millionen Euro „für Erdmannhäuser Verhältnisse gigantisch gut“, betonte der Kämmerer, der sich insgesamt über die Zahlen nicht beklagen kann. „Aber die Ausgaben steigen eben auch.“

Einen zufriedenen Eindruck machen auch die Gemeinderäte bei der Vorberatung des Haushalts. „Wir müssen im nächsten Jahr endlich in die Realisierungsphase von einigen Projekten kommen“, meinte etwa Hans-Georg Götz von der SPD. Als Stichworte nannte er das Kunstrasenspielfeld und den neuen Kindergarten. „Gehen wir’s an. Gucken wir offensiv ins nächste Jahr.“ Um viele Projekte komme man nicht herum. „Das sind Dinge, die wir machen müssen“, so Martina Glees-Brück (Grüne). „Wichtig ist, dass wir uns auf einen guten Ablauf konzentrieren, dass wir die Projekte abschließen und nicht zerreden.“

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