Erdmannhausen Baustellen sorgen für allerhand Ärger

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Ein Bürger hat in der Gemeinderatssitzung auf die schwierige Verkehrssituation durch die Sperrung der Lindenstraße aufmerksam gemacht. Foto: Frank Wittmer

Ich habe das Gefühl, dass wir Teil eines Experimentes sind“, meldete sich Holger Knauf in der Einwohnerfragestunde des Gemeinderates am Donnerstag zu Wort. Der Anwohner hatte gegen das Projekt „Lindenhof“ bis zum Petitionsausschuss des Landtages gekämpft (wir berichteten). Seine Beschwerde zielte aber nicht gegen die Bauvorhaben an sich ab, sondern kritisierte die aus seiner Sicht unglücklichen Verkehrsregelungen. „Ich bitte die Gemeindeverwaltung, die Bauarbeiten besser zu koordinieren und nicht alles gleichzeitig zu machen.“

Zusätzlich zum Großvorhaben zwischen der Marbacher Straße und der Lindenstraße und einer weiteren Baustelle gegenüber seien nämlich noch einige weitere Arbeiten in Gange. „Entlang der Marbacher Straße werden Breitbandkabel verlegt, und an der Ecke Pfarrgarten-/Schillerstraße liegt ein Bauantrag vor. Den können wir nicht einfach um ein Jahr verschieben“, entschuldigte Hauptamtsleiter Günter Sommer die aktuelle Häufung der Arbeiten.

Problematisch sei weniger, dass die Lindenstraße für Autos gesperrt ist, so Knauf. Dies löse jedoch einen Schleichverkehr von „20 bis 30 Autos am Tag“ in der Schillerstraße aus. „Die rasen noch mehr als sonst durch und achten nicht mal mehr auf rechts vor links.“ Aus der gesperrten Lindenstraße biegen nämlich sehr wohl Lastwagen ein. „Das hat schon zu Beinahe-Unfällen geführt.“ Die Baufahrzeuge wenden in privaten Hofeinfahrten, und kommen sich mit den Fahrern der anderen Baustellen ins Gehege. „Es ist ein absolutes Chaos, die Lkw-Fahrer rangieren und schreien sich an, weil sie nicht durchkommen.“

Die Schulkinder finden zwischen den Lastwagen und Autos keinen Weg mehr, wies Knauf auf die gefährliche Situation hin. Man hätte bei der Vollsperrung der Lindenstraße zumindest einen Fußweg freilassen können. Oben auf der Marbacher Straße sei der Weg zur Ampel durch den Kran versperrt, so dass die Kinder im Dunkeln ohne Ampel auf die andere Straßenseite wechseln, in der Schillerstraße versperrt ein Bauzaun den Gehweg.

Bürgermeisterin Birgit Hannemann stellte fest: „Der Schleichverkehr hat sich tatsächlich verstärkt.“ Für die Straßensperrungen und das Aufstellen von Bauzäunen und Kränen sei jedoch nicht die Gemeindeverwaltung, sondern das Landratsamt verantwortlich. „Wir sind bemüht eine Lösung zu finden.“ Eine Kontrolle sei im Moment nicht möglich, da der Vollzugsbeamte im Dienst von einem Hund gebissen und daher krank geschrieben sei.

Ab April werde die Schillerstraße für eine weitere Baustelle gesperrt. „Dann hat sich zumindest das mit dem Schleichverkehr erledigt“, so Sommer. Man werde aber zumindest hier für die Fußgänger einen Weg frei halten, versprach der Amtsleiter.

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