Bottwartal/Handball SKV Oberstenfeld sagt „Nein“ zu einer SG

Von
Aus dem HABO-Quartett wird ein Trio. Foto: Marbacher Zeitung

Bottwartal - Die Gründung einer Handball-Spielgemeinschaft im Erwachsenenbereich im Bottwartal nimmt Form an. „Die HABO SG steht in den Startblöcken“ heißt es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. Die Zahl der Starter – um im Bild zu bleiben – hat sich jedoch von vier auf drei reduziert. Denn während der TV Großbottwar, TSG Steinheim und GSV Kleinbottwar sich nun das konkrete Ziel gesetzt haben, die HABO SG bis zur Saison 2019/20 auf die Beine zu stellen, ist der SKV Oberstenfeld aus der Planung ausgestiegen. Der Verein sorgt damit für einen Paukenschlag, hatte er vor vier Jahren doch noch an der Gründung der Jugend-Spielgemeinschaft HABO JSG mitgewirkt.

Mehr zum Thema

Das ist passiert:
Der SKV verkündete seine Entscheidung am Montag in einer Mitteilung. „Nach mehreren Gesprächen zwischen den Verantwortlichen der beteiligten Vereine haben die Verantwortlichen der Handball-Abteilung und der Vorstand des SKV Oberstenfeld den Verantwortlichen der involvierten Vereine bei einem Treffen mitgeteilt, dass man sich nicht an der Projektierung einer Spielgemeinschaft beteiligen wird“, heißt es darin. Das Treffen fand vergangene Woche statt. Zuvor hatte sich intern eine Mehrheit im Vereinsvorstand und Abteilungsgremium dagegen ausgesprochen, bei den Gesprächen weiterhin mit am Tisch zu sitzen.

Als Grund nennt der SKV „unterschiedliche Interpretationen bezüglich der Gründung einer Spielgemeinschaft und zukünftigen Planung/Vorgehensweise aller involvierten Vereine“. Heißt: Die SKV-Entscheidungsträger sind einer Spielgemeinschaft aufgeschlossen, stellen sich eine Umsetzung jedoch anders vor als die Verantwortlichen von TVG, TSG und GSV. Einerseits beim Prozess der Fusion, andererseits später beim laufenden Betrieb.

„Uns geht das erstens zu schnell. Und zweitens hätten wir für die Fusion gerne unabhängige Unterstützung von außen hinzugezogen, damit wir rechtlich und finanziell beraten werden“, führt SKV-Abteilungsleiter Rainer Kochlik aus. Immerhin seien in den Vereinen Ehrenamtliche aktiv, die einen solchen Vorgang nicht mal eben schultern könnten. „Unabhängige Unterstützung hätte Geld gekostet. Hätten wir bezahlt, hätten wir aber auch etwas fordern können“, meint Kochlik. Eine nur mit Personen aus den Vereinen besetzte Projektgruppe berge aus SKV-Sicht hingegen Schwierigkeiten. Insgesamt, erklärt Rainer Kochlik weiter, habe man beim SKV aber „auch keinen übermäßigen Druck verspürt, tätig werden zu müssen“.

Weitere Gründe für die Entscheidung nennt er nicht, darauf hätten sich alle vier Vereine verständigt. Vielmehr betont Rainer Kochlik: „Wir sind nicht im Bösen auseinander gegangen. Auch das letzte Treffen war ein sehr gutes.“ So warte man in Oberstenfeld nun auch ab, ob eine SG zustande kommt, bei der es aus SKV-Sicht doch Sinn mache, mitzumachen. Wäre das tatsächlich der Fall, könnten die Gespräche in ein, zwei Jahren wieder aufgenommen werden.

So geht es weiter:
Vorerst wird es, sofern die Fusion gelingt, nur einen Zusammenschluss vom TV Großbottwar und der HG  Steinheim-Kleinbottwar (der Gemeinschaft aus TSG Steinheim und GSV Kleinbottwar) geben. Weitere Vereine könnten erst nachträglich hinzustoßen – „das muss auch nicht der SKV Oberstenfeld sein“, so Großbottwars Abteilungsleiter Axel Döttinger. Die Türen sind nicht verschlossen.

Zunächst gilt es, die HABO SG aber ins Leben zu rufen. Das soll bald passieren: „Die Handballabteilungen und Vorstände des TSG Steinheim, GSV Kleinbottwar und TV Großbottwar haben sich in intensiven Vorgesprächen dazu entschieden, ab sofort in die konkreten Planungen zur Gründung einer Spielgemeinschaft ihrer Erwachsenenmannschaften einzusteigen“, heißt es in der Mitteilung. In Projektgruppen werden Vertreter der drei Vereine die notwendigen Schritte und Inhalte festlegen, die für einen Start der HABO notwendig sind. Geschehen soll dies bis 1. April 2019. „Bis dahin müssen Mannschaften für die Saison 2019/20 gemeldet werden“, erklärt Axel Döttinger. In der Saison 2018/19 bleibt also alles beim Alten. „Wir wollten da auch nichts vom Zaun brechen“, so Döttinger.

Zudem braucht es ja die Zustimmung in den Vereinen. Die Mitglieder von TSG, GSV und TVG werden in den anstehenden Hauptversammlungen darüber informiert, welche Maßnahmen für die Gründung ergriffen werden und wie die Zielsetzung der Spielgemeinschaft aussieht.

Schade, so Döttinger, sei das Nein aus Oberstenfeld natürlich schon. „Das hätte allein schon geografisch gut gepasst“. Andererseits wäre der Aufwand nochmal intensiver gewesen, vier statt drei Vereine zusammenzuschließen. „In den Handball-Abteilungen herrschen unterschiedliche Strukturen, die es anzugleichen gilt. Das betrifft beispielsweise die Mitgliedsbeiträge“, sagt Axel Döttinger. Auch Rainer Kochlik verdeutlicht: „Beim SKV sind wir durch unsere Satzung stark an den Hauptverein gebunden. Die Abteilungen der anderen Vereine scheinen da losgelöster zu sein.“

Und die Jugend?
Unberührt von der neuen Entwicklung ist die schon länger bestehende Jugend-Spielgemeinschaft HABO JSG von TVG, TSG, GSV und SKV. Diese wird in der jetzigen Form weitergeführt. „Da stehen wir auch voll dahinter“, unterstreicht der Oberstenfelder Rainer Kochlik.

Artikel bewerten
8
loading