Benningen Vom Neckarparadies bis in den Regenwald

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Andre Baumann (links) überreicht Claus-Peter Hutter das Verdienstkreuz. Foto: Werner Kuhnle

Benningen - Vor 170 Gästen wurde der Benninger Umweltschützer Claus-Peter Hutter am Sonntag in der Kelter mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. „Von dem steht euch allen ein kleines Kreuzchen zu“, sagte Hutter am Ende der rund zweistündigen Feier sichtlich gerührt. „Ich bin selten um Worte verlegen, also sage ich einfach Danke! I hab gar ned gwusst, was ich für ein Kerle bin!“

Der Lobesworte gab es viele. Der Benninger Bürgermeister Klaus Warthon erinnerte daran, dass das auf Hutters Initiative hin errichtete Neckarparadies, ein neu geschaffener Altarm des Neckars, sein 20-jähriges Bestehen feiern darf. Claus-Peter, kurz „CP“ Hutter, charakterisierte er als „charismatischen Praktiker“, der andere für seine Themen begeistern könne, „cleveren Produzent“, der sich auf „Networking“ schon verstanden hatte, als es diesen Begriff noch gar nicht gegeben hat, „chronischen Polizisten“, der als Mahner für den Erhalt von Natur und Heimat immer den gegenseitigen Respekt gewahrt hat, oder „couragierten Philosoph“, der schon früh vor Bausünden im Neckartal und in aller Welt gemahnt hat. Dem fügte Hutter noch „Kooperationspartner“ hinzu. „Man könnte noch manches in Benningen machen.“

Andre Baumann, langjähriger Vorsitzender des Naturschutzbundes in Baden-Württemberg, überreichte als Staatsekretär im Umweltministerium die Auszeichnung. Würde man alle Erfolge Hutters aufzählen, dann „säßen wir an diesem schönen Frühlingstag noch zusammen, wenn die Sonne längst untergegangen ist“. 1974 habe er in einer der ersten Bürgerinitiativen zum Erhalt des Pleidelsheimer Wiesentals mit seinen Mitstreitern 25 000 Unterschriften gesammelt. Als Biologie-Student, so Baumann, sei er bei Projekten von Euronatur dabei gewesen. „Das Buch ,Rettet die Frösche‘ war damals Pflichtlektüre für jeden jungen Naturschützer.“ Sogar bei der Einrichtung des Nationalparkes im Schwarzwald habe er ihn über die jeweiligen Parteibücher hinweg fragen können, so der grüne Staatssekretär zum CDU-Mitglied. „Mit seinem Netzwerk hat er dazu beigetragen, dass es den Nationalpark jetzt tatsächlich gibt.“

Hutter habe sich nicht nur für Kröten, Fische und Vögel stark gemacht. „Er hat auch immer die Menschen mit eingebunden.“ Naturschutz könne und dürfe Spaß machen, und die Inszenierung gehöre mit dazu. Bei der Aufzählung der Erfolge stockte Baumann plötzlich und bemerkte: „Das ist doch keine Trauerrede, wir brauchen Dich noch!“

Nach der Veröffentlichung seines neuen Buches „Die Erde rechnet ab“ zum Klimawandel könne seine Frau Ingrid nicht darauf hoffen, dass die Papierstapel im Haus kleiner werden, so der Leiter der Umweltakademie des Landes. Der Landrat Rainer Haas stellte fest: „CP war Lothar Späths Antwort auf die Grünen.“ Er sei „positiv-unorthodox, zupackend und sprühend vor Ideen wie jetzt das Wasserbüffelprojekt an der Bottwar“. An Negativem falle ihm nur ein, dass man beim Autofahren immer darauf gefasst sein müsse, dass es „gefährlich werden kann, wenn er unterwegs Vögel entdeckt“.

Ein Überraschungsfilm spielte Grußworte aus aller Welt ein, darunter auch vom NatureLife-Preisträger Ian Anderson von der Musikgruppe Jethro Tull, der ein exklusives Querflötensolo spielte. Bei der Feier in Benningen gab es ebenfalls sehr stimmungsvolle Flötentöne von Henrike Sebastian, die von Theresa Bogisch an der Harfe begleitet wurde. Die beiden Preisträgerinnen treten in Kürze beim Landeswettbewerb Jugend Musiziert an.

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