Benningen Barockmusik mal kräftig abgestaubt

Von
Die Telemänner und ihre Leiterin Steffi Bade-Bräuning (links) freuen sich schon auf das Konzert in Benningen. Foto: privat

Benningen - Auf ein „außergewöhnliches Konzert“ freut sich der Benninger Bürgermeister Klaus Warthon am Samstagabend um 19 Uhr in der Kelter. Der Kontakt zu den „Telemännern“ ist über den Benninger Ehrenbürger Richard G. Hirschmann entstanden.

Das Jugendorchester will die Barockmusik „kräftig entstauben“, wie die musikalische Leiterin Steffi Bade-Bräuning sagt. „Für unsere Ohren klingt die 250 Jahre alte Musik recht gleichförmig.“ Mit Cajon, Regenrohr und Schlagwerk in vielen Varianten gebe es reichlich Ausdrucksmöglichkeiten. „Wir wollen die verschiedenen Klangfarben herausholen.“

Den jungen Musikern macht es Spaß zu experimentieren. Sowohl die „Telemänner Minis“ von acht bis elf Jahren, als auch die rund 20 „Telemänner“ im Alter zwischen elf und 25 Jahren sind reine Projektorchester, die nach einem einwöchigen Workshop jetzt ihr Können zeigen.

Der Abstecher nach Benningen kommt der Dirigentin gerade recht. „Die Kelter ist ein idealer Ort für Konzerte dieser Art.“ Im Ludwigsburger Raum sei man bisher noch nicht präsent gewesen, obwohl einige der Musiker hier aus der Gegend kommen.

Da man bewusst auf Eintritt verzichte, sei das gut einstündige Konzert eine schöne Möglichkeit für Familien. „Wir wollen gerade Kinder an diese Art von Musik heranführen, mit Groove und rockigen Elementen aber an unsere Zeit anpassen.“ So wird der „Frühling“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ von Malte Cantarutti von der Jugendmusikschule Pleidelsheim/Freiberg auf dem xylophonähnlichen Marimba gespielt. Das Doppelkonzert von Vivaldi spielen Sammi Lee und Carl Rehberg auf E-Geigen – David Garett lässt grüßen. „Das klingt einfach ein bissle härter und direkter als auf den normalen Violinen“, ist Steffi Bade-Bräuning von dem Ansatz „Electric Vivaldi“ begeistert, der auch dem ganzen Konzert den Namen gegeben hat.

Ein weiterer musikalischer Leckerbissen ist ein Werk des zeitgenössischen Komponisten David Balakrishnan für Streichorchester, das mit Rhythmen und Tonfolgen experimentiert, aber durchaus gefällig wirkt. „Die Streichinstrumente werden zur Percussion eingesetzt, da können die Musiker auch mal einen ,bow slam‘ ausprobieren.“ Das gemeinsame Tüfteln an der Spielweise macht den durchweg engagierten jungen Musikern Spaß. „Wir sind ein kleines Ensemble“, sagt Steffi Bade-Bräuning. „Unsere Spieler sind begeistert, dass jeder bei uns sehr wichtig ist.“

In der Regel sind die Talente schon recht versiert an ihren Instrumenten, aber auch der „Durchschnittsmusiker“ sei bei den Telemännern sehr willkommen. „Ich schreibe die Arrangements in der Regel selbst, daher gibt es die Möglichkeit, auf die individuellen Fähigkeiten einzugehen.“ Es gebe in den Projektwochen eine gewisse Stammbesetzung, aber auch immer neue Gesichter. Das nächste große Ziel ist die Konzertreise zu einem Jugendwettbewerb nach Belgien Ende April, daher dürfen die Besucher gerne noch die Spendenbox füllen.

Artikel bewerten
0
loading