Beilstein Später Markt liefert Gesprächsstoff

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Der Foto: Werner Kuhnle

Beilstein - Wenn die sonst vom Durchgangsverkehr geplagte Hauptstraße den Fußgängern und Marktständen gehört, dann ist Andreasmarkt in Beilstein. Dieses Jahr fand er allerdings eine Woche später statt als sonst und doch zum gleichen Termin. Der Bürgermeister Patrick Holl erklärte das so: „Im Gemeinderat ist beschlossen worden, dass der Andreasmarkt immer am Samstag vor dem Ersten Advent stattfindet.“ Da der Advent dieses Jahr so spät beginnt, fand auch der Markt ausnahmsweise erst im Dezember und nicht wie sonst Ende November statt. Nicht jeder war darüber glücklich. Eine Frau meinte: „Jetzt haben schon überall die Weihnachtsmärkte geöffnet. Wenn ich nicht hier wohnen würde, ginge ich auch eher nach Ludwigsburg.“

Dennoch lässt sich das Angebot des Andreasmarktes mit dem eines Weihnachtsmarktes nicht vergleichen. Denn der Beilsteiner Traditionsmarkt ist ein klassischer Krämermarkt. Allerlei nützlicher Kleinkram wie Putzmittel und -lappen, Gewürze und Tees, Scheren und Messer, Oberbekleidung und Wäsche, Lederwaren und Lederpflegemittel, Seifen, aber auch Größeres wie Dachflächenfenster und Insektenschutzgitter wurden von den Händlern angeboten. Und das zum Teil mit Werbeschildern, die schmunzeln ließen. „Junge Mode Teenagers Keine Sorge“ etwa stand auf einem Schild, wobei sich nicht ganz erschloss, ob Teenager den Eltern weniger Sorge bereiten, wenn sie diese Kleidung tragen. An einem anderen Stand waren aber auch grüne Adventskränze zum Selberschmücken zu finden, und verschiedene Vereine sorgten für Ess- und Trinkbares. Auch die Geschäfte hatten länger geöffnet und lockten zum Teil mit Rabatten. Im Rathaus gab es eine sehenswerte Kunstausstellung.

Insgesamt ist der Markt eher langsam angelaufen. Auch die professionellen Händler waren zum Teil am Vormittag noch mit dem Aufbau beschäftigt, obwohl eigentlich um acht Uhr offizieller Marktbeginn ist. Doch allzu viele Passanten waren da noch nicht unterwegs. Die Beilsteinerin Gisela Sturm hatte einen Stand aufgebaut, an dem Unmengen von Selbstgehäkeltem zu finden waren. Lustige Tierfiguren, Babyschühchen oder auch originelle Rücksitzorganizer fürs Auto hat sie gefertigt. „Meine Kinder haben gesagt, ich soll doch hierher gehen und meine Werke verkaufen“, erzählte sie. Und das Geschäft lief ordentlich. Eine Frau suchte ein Mitbringsel für ein Neugeborenes und fand Gefallen an Babyschühchen. „Ich habe acht Enkel, die Schuhe sind erprobt!“, sagte Sturm. Das Argument zog, die Puschen wurden gekauft.

Ein weiblicher Teenager, der so dick eingemummelt war, dass auch ein Banküberfall möglich gewesen wäre, war auf der Suche nach wasserdichten Handschuhen, eine ältere Frau wollte dagegen ein Putzmittel fürs neue Cerankochfeld und drehte unschlüssig eine Dose in den Händen. „Das ist dafür nicht geeignet“, sagte die freundliche Verkäuferin, „das scheuert.“ Und suchte ihr das Passende heraus. Bei der Fortschreibung der Weinchronik im Rathauskeller ging der Bürgermeister nochmals kurz auf den Termin des Marktes ein: „Die Irritationen um das Datum arbeiten wir bei anderer Gelegenheit auf.“ Denn ihm ist auch klar: „Viele Händler gehen lieber auf einen mehrtägigen Markt, wenn sie die Wahl haben.“

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