Beilstein Nächster Schritt in Sachen Neubaugebiet

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Trotz Kritikpunkten der Stadträte ist ein vorläufiger Bebauungsplan beschlossen worden Foto: Rauschmaier Ingenieure GmbH/Karsten Heuckeroth

Beilstein - Ein Großprojekt nach dem anderen – das ist das Credo, nachdem die Stadt Beilstein handelt. Daher ist es nur folgerichtig, dass erst nach Fertigstellung des Kinderhauses nun das Neubaugebiet „Hartäcker“ angepackt wird. Und hier hat der Gemeinderat am Dienstagabend einen großen Schritt nach vorne gemacht: Ein vorläufiger Bebauungsplan steht fest.

Stadtplaner Karsten Heuckeroth vom Büro Rauschmaier Ingenieure hatte den ursprünglichen Entwurf aus dem Juli noch einmal hinsichtlich Änderungswünschen aus dem Gremium überarbeitet – doch der vorgestellte Plan ist dennoch nicht final, wie Heuckeroth feststellte: „Es geht darum, auf einen Stand zu kommen, dass Bürger und die Behörden einbezogen werden. Vor allem von Letzteren werden gewiss noch einige Vorgaben kommen.“ Allerdings habe man das Glück, dass „Hartäcker“ ein sehr flexibles Baugebiet sei.

Ein Beispiel ist die neue Straßenführung in der Siedlung, die zunächst über einen Kreisverkehr angefahren wird und dann in zwei Bereiche unterteilt ist. Der westliche Teil verfügt über Stichstraßen, während der östliche Teil mit einer kreisförmigen Straße erschlossen wird. Dort wurde auch eine weitere Zufahrt in Richtung L1116 neu geschaffen, was eine der Anregungen aus dem Gemeinderat gewesen ist.

Die Baufelder sind zudem individuell den Bauweisen zugeordnet. „Der Kern des Gebiets und die Randbereiche Richtung Süden bestehen aus Einfamilienhäusern“, so Karsten Heuckeroth. „Dabei wird es auch kleinere Grundstücke geben, etwa für Senioren.“ Auf diese Weise müsste dort kein großes Gartengrundstück gepflegt werden. An der Schmidhausener Straße sei dann Platz für mehrgeschossige Bauten und große Grundstücke: „Die bieten dann Raum für größere Gärten und Parkplätze.“

Eine planerische Entscheidung, die den Wünschen der Verwaltung entspricht, wie Bürgermeister Patrick Holl betont: „Wir wollen im Neubaugebiet Platz für alle Altersgruppen und jede Lebenssituation schaffen.“ Und auch das Gremium kann damit konform gehen, was aber in Sachen Bebauung für Kritik gesorgt hat, war die Festlegung der Dachformen. Hier waren nämlich zunächst keine Flachdächer möglich. „Das soll doch ein modernes Gebiet werden“, bemängelte Thomas Janotta (FWV). Eine Ansicht, die auch die übrigen Räte teilten. Ursula Fein (FDP) plädierte für mehr Offenheit. Und auch Stefan Suberg (CDU) sah die Gefahr, „das wir hier zu viele Vorschriften machen“. Die Argumente von Planer und Schultes, dass es um das gute Einfügen in die Umgebung gehe und Flachdächer nur eine Mode seien, ließ Thomas Bauer (FWV) so nicht gelten: „Jedes Gebiet in der Stadt trägt doch eine gewisse Handschrift.“

Die Räte entschieden sich schließlich dazu, dass die Erlaubnis von Flachdächern in den Bebauungsplan aufgenommen wird. Allerdings war dies nicht der einzige Wunsch. FWV-Rat Oliver Muth regte zudem eine Notzufahrt im Westen an: „Wenn wir einen großen Schaden im Bereich der Stichstraßen hätten, ist das Gebiet abgeschnitten.“ Er schlug vor, den geplanten Fuß- und Radweg im Westen des Gebiets auszubauen. Bernd Kircher, nicht nur SPD-Stadtrat, sondern auch Feuerwehrkommandant, fürchtete jedoch, dass es so zu mehr Verkehr im Bereich des Feuerwehrhauses kommt, was für Einsätze schwierig sei. Daher dürfe die Straße tatsächlich nur in Notfällen befahrbar sein. Er werde die Pläne entsprechend anpassen, erklärte der Stadtplaner Heuckeroth: „Eventuell würde das Landratsamt Heilbronn sowieso auch selbst eine Notzufahrt fordern.“

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