Beilstein „Jeder soll am Ende etwas vom Trail haben“

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Die Trailsurfers haben die Strecke selbst von Hand angelegt. Foto: Trailsurfers Baden-Württemberg

Beilstein - Der Anfang ist holprig gewesen. Als 2016 das Thema „Downhill“ im Beilsteiner Stadtwald auf dem Tisch gelandet ist, war keine Seite so wirklich mit der Situation zufrieden. Die Schanzen und Fahrspuren („Trails“) wuchsen wild und störten andere Waldnutzer, die Sportler selbst suchten ebenfalls einen Weg aus der Illegalität. Doch anstatt Streit entschied man sich für eine Kooperation – und die hat nun Früchte getragen: Am Samstag wird der neue Trail „Hoch hinaus“ im Stadtwald offiziell eröffnet.

„Das ist natürlich ein tolles Gefühl“, so Stefan Pyttlik, Vorsitzender der Trailsurfers: „Wir haben über 1000 Arbeitsstunden in den Trail gesteckt.“ Der Verein ist damals unter anderem eben auch gegründet worden, um die Downhill-Radler, die vorher meistens lose über WhatsApp verbunden waren, an einen Tisch zu bringen und als Ansprechpartner für die Behörden zu fungieren. „Und heute haben wir schon an die 200 Mitglieder“, freut sich Pyttlik. Dank dem Verein konnten die Beilsteiner Radler ein großes Netzwerk aufbauen, das sogar bis München und Innsbruck reicht: „Und viele überregionale Fachmagazine berichten über uns.“

Kein Wunder: Der öffentliche Trail, den die Stadt Beilstein, die Trailsurfers und das Landratsamt Heilbronn erarbeitet haben, habe echten Leuchtturmcharakter, weiß Pyttlik: „Es gibt viele Vereinsstrecken, aber unser Trail ist ein öffentlicher Fahrweg.“ Heißt: Jeder darf nach Beilstein kommen und die rund 30 Kilometer lange Strecke nach Lust und Laune befahren: „Und das endlich auf ganz legale Weise.“ Ganz ohne Regeln funktioniert es dann aber natürlich auch nicht. „Wir geben für den Trail eine Verhaltensordnung vor“, so Stefan Pyttlik. Ansonsten gilt Eigenverantwortung.

So darf etwa in der Nacht nicht gefahren werden. Müll soll vermieden werden. „Und niemals ohne Helm fahren“, so Pyttlik. Die Nutzung des Trails läuft auf eigenes Risiko. Das heißt aber nicht, dass nur Profis nach Beilstein kommen können: „Wir haben den Trail so gebaut, dass alle Biker ihn fahren können.“ Erfahrenere Downhiller können Sprünge einbauen, Anfänger rollen dann an entsprechender Stelle ab: „Jeder kann das für sich selbst einschätzen.“ Und auch der Nachwuchs kann üben: „Wir haben auch vereinsintern eine Kindergruppe.“

Das Image sei eine Sache gewesen, mit der der Verein zu Beginn zu kämpfen hatte: „Viele dachten wir wären ‚junge Wilde’. Aber wird sind Beruftstätige jeden Alters mit Familie und Kindern, die gerne ihre Freizeit auf dem Bike verbringen.“ Als nach und nach deutlich wurde, dass der Verein ein verlässlicher Partner ist, hätten sich die Wogen schnell geglättet, und eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten sei entstanden. Bürgermeister Patrick Holl stimmt dem zu: „Wir haben gemeinsam eine gute Lösung gefunden. Der Trail ist eine schöne Erweiterung des Angebots in Beilstein.“ Das war der Gedanke so Pyttlik: „Jeder soll etwas vom Trail haben.“

Das nächste Projekt des Vereins namens „Ein Herz für Trailsurfers“ sieht nun vor, Gastronomen einzubinden, erklärt Pyttlik: „Es gibt Sticker für die Türen und wir geben Tipps auf unserer Webseite.“ Auch ein Trail in Oberstenfeld sei ein Gedanke . . .

Die Eröffnung des Trails "Hoch hinaus" findet am Samstag, 7. April, um 11 Uhr am Wartkopf statt. Danach kann frei gefahren werden, es gibt auf Wunsch auch einige Touren-Gruppen. Zudem gibt es ab 10 Uhr Essen, Trinken und ein Lagerfeuer zum Aufwärmen sowie Testbikes.

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