Arbeitskreis Asyl Benningen Vermittlung in Schule und Ausbildung wichtig

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Auch eine Brandschutzübung ist mit den Flüchtlingen durchgeführt worden. Foto: Arbeitskreis Asyl

Benningen - Bei der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises (AK) Asyl am 20. Januar machte die Vorsitzende Heike Schmitt in ihrer Rückschau auf das letzte Jahr den anwesenden Mitgliedern und neuen Interessierten deutlich, wie vielfältig die Arbeit für und mit den Flüchtlingen war. Gleichzeitig kostet sie auch viel Energie, sei es in der Einzelbetreuung, im Sprachkurs oder in verschiedenen Aktionen. Freizeitaktivitäten wie Kegeln, Kraftsport, Weihnachtsmarktbesuch, gemeinsames Kochen oder Wintergrillen brachte Mitglieder, Interessierte und Flüchtlinge einander näher. Das bewährte Projekt der Apfelernte erzielte in diesem Jahr 6,5 Tonnen Äpfel, und die Zusage für eine nächste Pflückende im Herbst 2016 steht. Sowohl die Willkommensbroschüre für die Flüchtlinge als auch ein Informationsabend gaben ihnen Hilfe beim Start in Benningen. Darüber hinaus ist die neue Homepage des Vereins mittlerweile mit einer Vielzahl von Informationen und Hilfsmöglichkeiten für Flüchtlinge, Mitglieder und Interessierte bestückt.

Den 16 Anwesenden erläuterte der Sozialarbeiter Julian Bach von der Caritas den Stand in der Gemeinschaftsunterkunft. Im Moment seien nicht alle Betten belegt, jeweils donnerstags werden im Landkreis neue Flüchtlinge auf die Unterkünfte verteilt. Arbeitsschwerpunkt sei im Moment vor allem, die Flüchtlinge in Schule und Ausbildung zu vermitteln, die eine Chance auf Bleibe haben – vor allem Menschen aus Syrien, Eritrea, dem Iran und Irak. Auch die Frage der Kriminalität durch Flüchtlinge wurde erörtert. Nach Aussagen der Polizei gibt es im Landkreis keine im Vergleich zur deutschen Bevölkerung erhöhte Kriminalitätsrate. Die sexuellen Übergriffe seien unterproportional. Das häufigste Delikt unter Flüchtlingen sei der Ladendiebstahl.

In diesem Jahr wird der Deutschkurs zweimal wöchentlich stattfinden: jeden Mittwoch- und Donnerstagvormittag. Das Angebot ist offen für alle Interessierten (nicht nur Flüchtlinge), bitte aber anmelden beim Verein. Die anerkannten Flüchtlinge können dann einen Integrationskurs besuchen, sobald dort ein Platz frei ist. Dieser vermittelt bei erfolgreichem Abschluss die deutsche Sprache auf dem Niveau B1.

In diesem Jahr fand auch bereits eine Brandschutzübung auf dem Feuerwehrgelände mit Flüchtlingen, AK-Mitgliedern, Sozialarbeiter und der Feuerwehr statt. Die Übung wurde von den Beteiligten mit großem Engagement durchgeführt.

Heike Schmitt machte auch darauf aufmerksam, dass im Moment der Verein für neun Flüchtlinge Wohnungen sucht. Seit Silvester werde es noch schwieriger, Wohnraum zu bekommen. Dieses Problem wird in der Zukunft noch drängender werden. Hier brauche es noch viel größere Anstrengungen, um die Integration zu fördern. Wenn man Wohnraum zur Verfügung stellen will oder Fragen dazu hat, gibt der Verein gern dazu unverbindlich Auskunft.

Das Bildungsniveau der in Benningen lebenden Flüchtlinge sei sehr unterschiedlich – eine ganze Reihe hätten Studienabschlüsse (zum Beispiel als Lehrer und als Elektrotechniker). Andere wollen unbedingt eine Ausbildung beginnen. Auch dafür werden Arbeitsmöglichkeiten und Ausbildungsplätze gesucht. Externe Deutschkurse, um ein besseres Sprachniveau zu erreichen (B2 ist Voraussetzung für eine Ausbildung, C2 für ein Studium), sind deshalb unabdingbar und werden weiterhin durch den Verein bezuschusst.

Heike Schmitt wies schon jetzt auf die Mitgliederhauptversammlung am Mittwoch, 20. April, um 19.30 Uhr hin. Bei allen Fragen kann man sich an Heike Schmitt (Vorsitzende), Telefon 0 71 44 / 1 30 08 89, oder Karlheinz Hassis (stellvertretender Vorsitzender), Telefon 0 71 44 /7 06 05 04, wenden oder per E-Mail an info@ak-asyl-benningen.de.

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