Affalterbach/Schießen Schützen droht der zweite Abstieg in Folge

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Andreas Kohler hat kurzfristig an Position eins statt drei antreten müssen. Foto: Archiv (avanti)

Affalterbach - Hätten die Schützen des SV Affalterbach den Glauben an das Gute im Luftgewehr-Sport verloren, man könnte es ihnen nicht verübeln. Die Mannschaft erlebt in der 2. Bundesliga Südwest ein Seuchenjahr, muss einen Rückschlag nach dem anderen verkraften. Auch am Sonntag im pfälzischen Schopp blieb der SVA nicht verschont. „Schlimmer kann es nicht mehr kommen“, sagt SVA-Trainer Knut Boettig. Und das nicht nur, weil seine Mannschaft mit 0:10 Punkten am Tabellenende steht. Doch was war passiert?

Rückblick: Die Saison des Erstliga-Absteigers begann damit, dass er seinen 4:1-Auftaktsieg gegen den SV Wiesensteig nachträglich gegen sich gewertet bekam, da ein Aufstellungsfehler vorlag. Was, wie sich laut Boettig herausgestellt hat, dem Verband geschuldet war, der Vorjahresergebnisse von Schütze Colin Fix nicht beachtet hatte. Der SVA hätte dies jedoch überprüfen müssen, an der Entscheidung war also nicht zu rütteln (wir berichteten). Zudem hatte bei dem Wettkampf die Inderin Chandela Apurvi an Nummer eins mit einem beschädigten Gewehr schießen müssen, da dieses beim Transport etwas abbekommen hatte. Immerhin konnte sie ihr Duell trotzdem gewinnen.

Und nun am Sonntag in Schopp fehlten Affalterbach kurzfristig die beiden besten Schützen: Der für die Nummer eins vorgesehene Inder Gagan Narang hatte unter der Woche an einem Wettkampf in Japan teilgenommen, hätte dann am Samstag nach Deutschland fliegen sollen. Aufgrund des Gewehrs gab es jedoch Probleme mit dem Visum, weshalb sich seine Abreise auf Sonntag verschob – zu spät, um am Zweitliga-Wettkampf teilzunehmen. Und die Nummer zwei der Affalterbacher, Colin Fix, verletzte sich unter der Woche an der Hand, sodass er nicht einsatzfähig war.

Die Folge: Während Andreas Kohler, Jasmin Maifeld und Frank Jekel auf die Positionen eins bis drei aufrückten, kamen Cornelia Heinecke und Tim Benz erstmals in der 2. Bundesliga zum Einsatz. Die beiden schießen sonst in der dritten Mannschaft des SVA in der Bezirksoberliga. Die zweite Mannschaft in der Württembergliga hatte der Verein vor der Saison schließlich abmelden müssen, da das Zweitliga-Team späte Abgänge zu verzeichnen hatte, auf die der SVA personell nicht mehr reagieren konnte. Da hatte das Unheil nach dem Abstieg also bereits seinen Lauf genommen.

Am Sonntag war für den SVA also „nichts zu holen“, musste Knut Boettig erkennen. 0:5 unterlag das Team dem SV Fenken, bei dem erstmals der starke Russe Kirill Grigarian an Position eins schoss. Und auch gegen den Gastgeber SV Schopp war der SVA beim 1:4 chancenlos. Jasmin Maifeld sicherte den einzigen Punkt des Tages.

Beim letzten Wettkampftag am 14. Januar in Gruibingen muss der Tabellenachte Affalterbach nun aller Voraussicht nach beide Duelle gegen den Sechsten SV Jockgrim und den Fünften KKSV Heitersheim gewinnen, um den letzten Tabellenplatz zu verlassen. „Normalerweise gibt es einen Absteiger, was aber davon abhängt, wer aus der 1. Bundesliga absteigt. Das wissen wir noch nicht“, so Knut Boettig. Er ist sich sicher, die Klasse halten zu können. „Es besteht Hoffnung, auch die Moral in der Mannschaft stimmt. Wir lassen die Köpfe nicht hängen“, schildert der Trainer.

Und sollte doch der Abstieg in die Württembergliga folgen, ist bereits klar: „Dann wollen wir wieder hoch, das hat die Mannschaft schon gesagt.“ Damit es soweit gar nicht erst kommt, möchte Knut Boettig jetzt in der Adventszeit „eine extra große Kerze anzünden“, wie er lachend sagt. Denn den Glauben an das Gute im Luftgewehr-Sport, den haben sie in Affalterbach trotz allem nicht verloren.

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