Affalterbach Pächter zieht nach zwei Jahren die Notbremse

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An Wochenenden ist die Lemberghalle stets gut belegt gewesen wie hier zur Weihnachtszeit. Vorerst können Privatveranstalter die Flächen jetzt nicht mehr nutzen. Foto: KS-Images.de

Affalterbach - Die Entscheidung ist kurzfristig gefallen: „Wir mussten sehr schnell die Notbremse ziehen“,erklärt Michael Klimm. Der gelernte Koch und seine Frau Jessica, Restaurantfachfrau, haben die Lemberghalle und die dazu gehörige Gaststätte Lembergstüble rund zwei Jahre lang betrieben. Nun sind private Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage und Konfirmationen, die bereits gebucht waren, komplett abgesagt. „Wir bedauern das sehr“, sagt Michael Klimm, der bereits vorige Woche ein Abschiedsfest mit „Gästen und Freunden“ gefeiert hat, „mit sehr viel Herzschmerz“, wie er berichtet.

Die Lemberghalle sei zwar komplett ausgebucht gewesen jedes Wochenende. Unter der Woche hat der Besuch in der Gaststätte aber eher zu wünschen übrig gelassen, wie Michael Klimm deutlich macht. Wirtschaftlich ging die Rechnung daher nicht mehr auf. Michael Klimm wechselt ins Angestelltenverhältnis „auf die Schillerhöhe nach Marbach“, wie er berichtet. „Wir haben ganz viele tolle Leute kennengelernt, auch durch die Veranstaltungen hier.“ Auf der Facebookseite der Lemberghalle war als Abschiedsgruß der Familie zu lesen: „Viele sind uns sehr ans Herz gewachsen, was es uns noch schwerer macht, den Schlüssel abzugeben.“ Auch die meisten Theateraufführungen seien sehr gut besucht gewesen. Selbst regionale Größen wie Fräulein Wommy Wonder sind laut Klimm stets gerne an den Lemberg gekommen, etwa am zweiten Weihnachtsfeiertag voriges Jahr. Da füllte die Stuttgarter Travestiekünstlerin die Halle.

Affalterbachs Kämmerer Jörn Wenzelburger bestätigt, dass die Gemeinde die Kündigung der Pächterfamilie zum 28. Februar angenommen hat.
Am Samstag ist bereits die Ausschreibung erschienen. In Bezug auf Interessenten sagt Wenzelburger: „Wir haben eine große Halle, die mit Sicherheit reizvoll ist. Für manche ist die Größe allerdings auch eine Bürde.“ Schon „seit den 1980er-Jahren“ werden Halle und Gaststätte komplett an Pächter vergeben, so Wenzelburger. Vor den Klimms habe die Familie Wörner das Ensemble etwa zehn Jahre lang betrieben.

In der Anzeige beschreibt die Gemeinde das Objekt als Kultur- und Veranstaltungshalle mit separater Gaststätte für rund 50 Personen plus Nebenzimmer mit circa 30 Sitzplätzen, Saal mit Bühne, Licht- und Tontechnik für circa 240 Personen sowie Pächterwohnung. Besonders hervorgehoben wird die „herrliche, mit Bäumen eingesäumte Gartenwirtschaft (ca. 80 bis 100 Sitzplätze)“. Für Bewerbungen wird „ein schlüssiges Betreiberkonzept“ verlangt. Die Gemeinde als Eigentümer bevorzugt „deutsche und schwäbische Küche“. Für Veranstaltungen hat sie auch ein Vorgriffsrecht, von dem aber maximal zweimal im Jahr Gebrauch gemacht worden sei. „Damit hat es nie Probleme gegeben“, so Wenzelburger. Bis ein neuer Pächter übernimmt, ist die Halle für Privatveranstaltungen jetzt nicht mehr verfügbar. Ein Seniorennachmittag, bewirtet von den Landfrauen, findet aber statt. Nächster Schritt ist jetzt die Sichtung der Bewerbungen.

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