Affalterbach Kanäle befahren und als sanierungsbedürftig erkannt

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Mittelfristig stehen auch in Affalterbach Arbeiten an einer Straße an. A Foto: dpa

Affalterbach - Weil das Landratsamt Ludwigsburg die Asphaltdecke der Affalterbacher Ortsdurchfahrt im Bereich der Talstraße und der Hochdorfer Straße zwischen 2019 und 2023 ohnehin erneuert, ließ die Gemeinde Affalterbach prüfen, ob sonstiger Sanierungsbedarf in diesem Abschnitt der Kreisstraße 1669 besteht. „Wir waren nicht untätig, wir haben Kanäle befahren lassen“, erklärte der Bürgermeister Steffen Döttinger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Das Ergebnis: Ein Kanal-Wasserleitungstausch ist im Bereich der Talstraße zwischen den Gebäuden mit der Nummer 40 und 48 notwendig. Untersucht wurden die Kanäle unter der Regie des Backnanger Ingenieurbüros Frank. Für diesen Abschnitt der Talstraße legen die Fachleute eine „Aufdimensionierung“ nahe, die sich in der Schätzung auf insgesamt 260 000 Euro beläuft. Die Erneuerung der Wasserleitung wird mit 105 000 Euro veranschlagt. Die Maßnahme muss jetzt beantragt werden. SPD-Rat Stefan Hinner fragte an, ob es möglich sei, die Bauarbeiten auf die Zeit der Sommerferien zu beschränken.

Döttinger verwies auf höhere Kosten, die durch eine solche Bedingung bei der Auftragserteilung anfallen würden. Zudem schätzte er den Zeitbedarf insgesamt höher ein. Erneuert werden schließlich auch Bordsteine, Straßeneinlaufschächte und Kanaldeckel. „Da langen sechs Wochen Sommerferien nicht“, so der Schultes. Wann die Bauarbeiten genau durchgeführt werden, ist noch offen. Die Gemeinde und das Landratsamt haben noch „erheblichen Abstimmungsbedarf“. Jedenfalls sollen andere anfallende Arbeiten im Bereich der Ortsdurchfahrt von Hochdorf kommend alle gleich miterledigt werden.

Dafür wurden Termine in den Jahren 2019/2020 genannt. Das Ingenieurbüro kam darüber hinaus zu dem Schluss, dass weitere Schäden an den Kanälen im Bereich der Hochdorfer Straße und Talstraße, die festgestellt wurden, im Inlinerverfahren behoben werden können. Dies geschieht, ohne die Straße aufzubuddeln. Die aus der Ratsrunde von Claudia Koch (ULA) unter entschuldigendem Hinweis auf ihr fehlendes Fachwissen geäußerte Sorge, dass die nach der sogenannten Aufdimensionierung unterschiedlichen Rohrdurchmesser eventuell zu Überschwemmungen führen könnten, räumte der Schultes aus.

Die Ursache bei großen Überschwemmungen wie der bundesweit bekannt gewordenen in Braunsbach liegt nicht in aus der Tiefe emporschießendem Wasser, sondern darin begründet, dass große Wassermassen über Straßeneinläufe mit großer Wucht hinwegschießen, also gar nicht in die Kanalisation gelangen, erklärte Döttinger. Der Gemeinderat genehmigte die Kanalauswechslung am Ende einstimmig, wie von der Verwaltung vorgeschlagen.

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