Affalterbach Ein Wonder am zweiten Weihnachtsfeiertag

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Wommy Wonder ist zu Weihnachtsbesuch in Affalterbach gewesen. Foto:  

Affalterbach - Ein prall gefüllter Saal erwartet am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags den Auftritt von Fräulein Wommy Wonder in der Affalterbacher Lemberghalle. Bereits zwei Stunden vor Beginn konnten die Gäste den Abend bei einem festlichen Menü beginnen lassen. Um 20 Uhr begrüßte Fräulein Wommy Wonder ihre Gäste mit einem fröhlichen Willkommens-Lied, bevor sie in ihr neues Programm einstieg. Mit ihrem Markenzeichen – den Kunststoffhaaren und einem goldschimmernden Kleid – betrat sie die weihnachtlich geschmückte Bühne.

Zu Beginn zieht sie mit „Ich bin die Wommy, Stuttgarts größter Kortison-Engel“, alle Lacher auf ihre Seite. Auch die Deutsche Bahn bekommt ihr Fett weg, aber sich selbst zieht sie ebenfalls munter durch den Kakao. Auf sarkastische Äußerungen über die „High Society“ folgt ein gesellschaftskritisches Lied, in dem sie deren Wandel thematisiert. „Heutzutage ist es nicht mehr möglich, zu sagen ‚solange du die Füße unter meinem Tisch hast’, sondern ‚solange du dein I-Phone in mein W-Lan einloggst’“, witzelte Wonder. Auch die Rechtschreibreform und die Jugend von heute spricht sie mit selbst erlebten Situationen an. So erzählt sie über einen Jungen, der einen Marienkäfer töten will und dieses mit „Sterb!“ untermalt. Der Bildungsferne, wie sie es nennt, korrigiert auf Wommys Aufforderung, den Imperativ richtig mit „i“ zu benutzen, mit „Sterbi“ – dabei lachte das Publikum aus ganzem Herzen. Danach folgte ein weiteres Lied über die heutige Zeit und die entstandene Kulturlücke.

Auch über ihre Jugend, wobei sie speziell die Bundesjugendspiele geprägt haben, erzählt Wommy Wonder. Dahingehend konnte sie ihre Begeisterung nie wirklich nach außen zeigen und verabscheute diesen Tag jedes Jahr aufs Neue. Spontan stellte sie zudem fest, dass eine Besucherin heute ihren Geburtstag feierte, und da sang Fräulein Wonder ihr ein Ständchen – und etwas zum Anstoßen bekam das Geburtstagskind natürlich noch dazu.

Auf der Bühne konnte Fräulein Wonder auch Wolfgang Sejlé in ihrem Programm begrüßen. Der präsentierte mit seinen „Goodsle“ kurze Lieder, die er im Stil von Frank Sinatra und Co. singt, allerdings auf Schwäbisch. Diese textet er nach wahren Begebenheiten. Dabei sei es ihm wichtig, dass das Original wie das schwäbische Pendant klingt. So wird aus „Strangers in the night“, „Schengat se mr Zeit“ und aus „Jingle Bells“ wird „Klingla soll’s“. Zum Ende der ersten Hälfte des Abendprogramms hat es sich Fräulein Wommy Wonder auch nicht nehmen lassen, noch ein Duett mit Wolfgang Sejlé zu schmettern.

Das Programm „Echt jetzt?!“ beinhaltet aktuelle Themen, wichtig ist Wonder dabei der Tiefgang des Gesprochenen. Perfektion sei dabei aber gar nicht ihr Steckenpferd. „Perfektion kann vieles kaputt machen“, so Wommy Wonder. Deswegen setzt sie auf Improvisation und hofft jedes Mal auf ein interaktives Publikum, denn „es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man das Programm einfach nur runterrattert“. Nach der Pause folgten weitere Goodsle von Wolfgang Sejlé, und Wommy tauchte ins Thema Weihnachten ein. Familienverhältnisse, Geschenke und Plätzchen backen – alles Dinge, die man falsch deuten kann, wie Wommy selbst sagte. Neben Wommy lernten die Gäste auch Elfriede Schäufele kennen, die gegen Ende durchs Publikum „fegte“.

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