Affalterbach Ein Geburtstag mit Fackeln und Musik

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Die Besucher der Waldweihnacht sind gemeinsam mit Fackeln von Wolfsölden zur Hütte im Wald gewandert. Foto: avanti

Affalterbach - Wenn am zweiten Weihnachtsfeiertag ein langer Fackelzug von der Busschleife in Wolfsölden zur Eugen-Feyhl-Hütte durch den dunklen Wald zieht, dann wissen die Einheimischen: Der CVJM feiert seine Waldweihnacht. Heuer war das schon zum 34. Mal der Fall. Große und Kleine, Alte und Junge haben sich mit Fackeln, Stirn- und Taschenlampen oder Laternen auf den Weg gemacht, um die Weihnachtstage gemeinsam ausklingen zu lassen. Oder, wie es die Jugendreferentin Madeleine Kraft formulierte: „Wir wollen uns das letzte Mal im Jahr 2017 darauf besinnen, worauf es bei Weihnachten ankommt. Herzlich willkommen zum Geburtstag von Jesus Christus!“

Hell und licht war es bei der Geburtstagsfeier an der Hütte. Dafür sorgten wie in jedem Jahr die Technikgruppe des DRK Affalterbach mit Scheinwerfern, aber auch mehrere Feuer, die zugleich angenehm wärmten. Wie es sich für eine Geburtstagsfeier gehört, war auch Musik mit dabei. Der Posaunenchor unter Leitung von Grigori Puschanski präsentierte dieses Mal auch internationales Liedgut. Bei „Go, Tell It on the Mountain“ und „Hark the Herald Angels Sing“ konnten die meisten Gäste mangels Textsicherheit leider nur die Melodie mitsummen, was sie jedoch bei deutschsprachigen Klassikern wie „O du fröhliche“ oder „Stille Nacht“ sogleich wieder wettmachten.

Beim Anspiel mit Wolfgang Tressel und Bernhard Faigle, der auch die organisatorische Leitung für die Waldweihnacht hat, ging es in diesem Jahr um einen Wanderer (Wolfgang Tressel), der sich im dunklen Wald verirrt hatte, weil seine Taschenlampe kaputtgegangen war. Zum Glück traf er auf einer Bank einen Mann, den er mit den Worten begrüßte: „Sie schickt der Himmel!“ „Ja, des kann mr so sage“, bekam er daraufhin zu hören. Wie sich herausstellte, hatte der Mann auf der Bank (Bernhard Faigle) kurzfristig von seinem Chef den Auftrag bekommen, sich zur Eugen-Feyhl-Hütte zu begeben, weil dort ein Wanderer Hilfe benötige. Der Wanderer erzählte ihm, dass die frommen Schwestern für ihn keinen Platz in ihrer Herberge gehabt hätten, weil er die Kirche kritisiert habe, und dass der als Alternative empfohlene Campingplatz „Zum gütigen Mesner“ geschlossen gewesen sei. „Du scheinsch ja ganz schö enttäuscht zu sei von der Kirch’ ond ihre Ag’stellte“, meinte der Mann auf der Bank. Ja, räumte der Wanderer ein. Er zahle keine Kirchensteuer, für Flüchtlinge spende er nichts, und sein Nachbar habe auch keine Kekse von ihm bekommen. Trotzdem scheine er seinem Chef ganz arg wichtig zu sein, sagte sein Gegenüber, denn er, sein Sohn und ein gewisser H. G. hätten ihn persönlich eingeladen.

Wer der Chef, dessen Sohn und H. G. waren, wussten die Kinder auf Nachfrage von Madeleine Kraft gleich zu beantworten: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. In ihrer kurzen Andacht sagte die Jugendreferentin, jeder Mensch sei Gott so wichtig wie der Wanderer, und deshalb sei jeder eingeladen, in Beziehung zu ihm zu treten.

In Beziehung zueinander traten auch die Menschen auf der Waldlichtung. Denn einige davon folgten der Einladung von Bernhard Faigle, eine Kanne voll heißen Punschs oder ein paar Becher in die Hand zu nehmen und an die Umstehenden zu verteilen: „Und wenn man jemanden nicht kennt, einfach mal ansprechen und fragen: ‚Wo kommsch du denn her?’“

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